In der Region bleiben die Züge weiterhin unpünktlich

Von: Jutta Geese und Marlon Gego
Letzte Aktualisierung:
Regionalexpress
Bahnkunden im Dreieck Aachen, Köln und Düsseldorf müssen sich bis Ende 2015 auf regelmäßige Verspätungen einstellen. Foto: dpa

Aachen. Die Züge in der Region sind viel zu häufig unpünktlich. Das finden nicht nur die Bahnkunden, das findet sogar der Geschäftsführer des Aachener Verkehrsverbundes (AVV), Hans-Joachim Sistenich.

 In ungewohnter Offenheit erklärte Sistenich am Mittwochabend vor Politikern der Städteregion Aachen, dass die Gleise im Dreieck Aachen, Köln und Düsseldorf „eine Dauerbaustelle“ sind. Dies sei der Hauptgrund für Zugverspätungen und Zugausfälle. Eine Besserung der Situation, sagte Sistenich, sei nicht vor Ende 2015 zu erwarten. Die Bahnkunden, wenn sie nicht entnervt aufs Auto umsteigen, müssen also weiter geduldig sein.

Die jeden Tag mit Pendlern vollen, manchmal übervollen Regionalexpresse (RE) sind bei alledem das Hauptproblem, erklärte Sistenich und bezog sich auf aktuelle Untersuchungen des Nahverkehrs Rheinland (NVV). Demnach ist

der RE 1 (Aachen-Düren-Köln-Düsseldorf) noch nicht einmal in 82 Prozent der Fälle pünktlich,

der RE 9 (Aachen-Düren-Köln-Siegen) nur in 88 und

der RE 4 (Aachen-Geilenkirchen-Erkelenz-Düsseldorf) in 91 Prozent der Fahrten Pünktlich. Aber: „95 Prozent der Züge müssen pünktlich sein“, sagte Stistenich, „alles andere ist inakzeptabel.“

Akzeptabel seien lediglich die nicht gar so stark frequentierten Regionalbahnen (RB).

Die Euregiobahn (Düren-Eschweiler-Stolberg-Aachen-Herzogenrath-Alsdorf) ist in 97 Prozent der Fälle pünktlich,

die RB 33 (Aachen-Geilenkirchen-Mönchengladbach) in 95 und

die RB 39 zwischen Mönchengladbach,Wegberg und Dalheim in mehr als 99 Prozent der Fahrten pünktlich.

Die Pünktlichkeit habe sich im ersten Quartal 2013 „nicht verbessert“, sagte Sistenich, außerdem seien vier Prozent aller Züge auch noch ausgefallen. „Unglücklich“ nennt Sistenich das – und sieht die Schuld bei der Deutschen Bahn. Zwar seien die Arbeiten zur Verbesserung des Lärmschutzes und die Erneuerung der Gleise, die die Region zu besagter Dauerbaustelle machen, überfällig und notwendig, „weil es sonst noch schlimmer wird“.

Doch Sistenich glaubt, dass die Häufung der Bauarbeiten eine Spätfolge der „Unterlassungen von Herrn Mehdorn“ seien. Der ehemalige Bahnchef habe wichtige Investition vor sich hergeschoben, als er Anfang der 90er Jahre den Börsengang der Deutschen Bahn vorbereitete, was die Kunden in der zwischen Köln, Düsseldorf und Aachen jetzt beinahe täglich zu spüren bekommen.

Stimmung der Kunden ist nicht gut

Die Bahnkunden innerhalb des AVV, der die Kreise Düren und Heinsberg und die Städteregion Aachen abdeckt, sind entsprechend unzufrieden. Zwar förderten jüngst stichprobenartige Umfragen keine dramatische Stimmungsverschlechterung zutage, eher stagniert die Stimmungslage. Allerdings auf mittelschlechtem Niveau.

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