Bonn - In Bonn geht die Ära Bärbel Dieckmann zu Ende

In Bonn geht die Ära Bärbel Dieckmann zu Ende

Von: Günter Wächter, dpa
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bärbel dieckmann
Mit der Oberbürgermeisterwahl am 30. August geht in Bonn eine Ära zu Ende. Bärbel Dieckmann, seit 15 Jahren im Amt, tritt nicht mehr an. Foto: dpa

Bonn. Mit der Oberbürgermeisterwahl am 30. August geht in Bonn eine Ära zu Ende. Bärbel Dieckmann (SPD), seit 15 Jahren im Amt, tritt nicht mehr an. Sie hat unübersehbare Spuren hinterlassen in der Stadt, die während ihrer Zeit an der Spitze von Rat und Verwaltung von der Bundeshauptstadt zur Bundesstadt mutierte.

Bonn ist Boomtown - auch wenn das Stadtsäckel leer ist. Die Einwohnerzahl steigt. Mit Deutscher Post AG, Telekom und Postbank sind drei große Arbeitgeber fest verankert.

Das neue World Conference Center gleich neben der UN-Vertretung im „Langen Eugen”, dem früheren Abgeordnetenhochhaus, soll Bonn endgültig weltweit als internationale Konferenzstadt etablieren. Das geplante Festspielhaus an der Stelle der bisherigen Beethovenhalle soll als architektonisches Juwel den Kulturtourismus um den großen Sohn der Stadt, Ludwig van Beethoven, noch weiter voran bringen. Schließlich punktet die mittlerweile mehr als 300.000 Einwohner zählende Stadt mit ihrer Universität und zahlreichen Instituten auch als Wissenschafts- und Forschungsstandort.

Um Dieckmanns Nachfolge bewerben sich Vertreter aller sieben im Rat vertretenen Parteien, darunter eine Frau. Wirkliche Chancen, den Posten des Oberbürgermeisters zu ergattern, räumen Beobachter aber nur drei Kandidaten ein. Da wäre der von Dieckmann vorgestellte Parteifreund Jürgen Nimptsch. Der 55 Jahre alte Leiter der Integrierten Gesamtschule Bonn-Beuel ist in Bonn gut vernetzt und bekannt. Seit er vor 13 Jahren die Leitung der Gesamtschule übernahm, hat diese zahlreiche Preise und Auszeichnungen erhalten und wurde über Stadt- und Landesgrenzen bekannt.

Wertvolle Stimmen allerdings könnte der SPD-Kandidat an die Grünen verlieren. Mit Peter Finger (54), einem gebürtigen Sauerländer, der seit Studententagen vor 33 Jahren in Bonn lebt und arbeitet, steht ein populärer Kommunalpolitiker zur Wahl, der zur Zeit das Amt des Bürgermeisters bekleidet. Immerhin holten die Grünen bei der Europawahl im Juni 20,46 Prozent der Stimmen und verwiesen die SPD - sie kam auf 19,32 Prozent - auf den dritten Platz.

Lachender Dritter in diesem Spiel könnte daher Christian Dürig von der CDU sein. Mit ihm haben die Christdemokraten einen Mann auf den Spitzenplatz gestellt, der in Bonn eher unbekannt war. Er lebt mit seiner Familie in Meckenheim, vor den Toren Bonns. Der Jurist ist im Management der Deutschen Post tätig. Von 1997 bis zum Ende der Ära Helmut Kohl war er Bundesgeschäftsführer der CDU. Bei der Europawahl fuhr die CDU 33,84 Prozent ein und im Bonner Rat stellt sie die größte Fraktion.
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