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Immobilienmakler zu fünf Jahren Haft verurteilt

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Selten drastische Worte für den soeben zu fünf Jahren Haft verurteilten Betrüger fand am Montag der Vorsitzende Richter Wolfgang Bender gegenüber Norbert Ho., (59).

Mit „Verschlagenheit”, „Durchtriebenheit”, „seltener Gerissenheit” und einem unglaublichen Maß an „krimineller Energie” habe der Menschen über den Tisch gezogen. Die Strafe, urteilte die Große Strafkammer am Aachener Landgericht, sei der Tat und der Schuld angemessen für die teils unglaublichen 83 Fälle des Aachener Finanzbetrügers.

Stets im dunklen Anzug habe er Menschen nonchalant lächelnd in den Ruin getrieben. So beschrieb Bender die Masche des jetzt gänzlich still da sitzenden Angeklagten.

Die Opfer stammten zum größeren Teil aus sogenannten besseren Kreisen und fielen dennoch auf den eloquenten und „absolut seriös” (Bender) auftretenden Immobilien- und Finanzmakler rein.

Über Jahre hinweg - angeklagt war der Zeitraum 2003 bis 2007 - hat sich Ho. mit einem Schneeballsystem „Netto etwa zwei Millionen Euro” ergaunert.

Und haute sie nach eigenen Angaben nach dem Motto „wie gewonnen so zerronnen” wieder auf den Kopf. Niemand mag allerdings so recht glauben, dass einfach nichts mehr da sein soll. Sein System war einfach und genial zugleich.

Durch menschliche und persönliche Ansprache sei der Mann, der als „Zolldeklarant” bei einer Aachener Spedition begann und zuletzt eine dicke Villa in Übach-Palenberg sein Eigen nannte, ohne Probleme an das Geld seiner Immobilienkunden gekommen.

Ho. schöpfte sie gnadenlos ab. „Dabei waren das selten Leute aus bildungsfernen Schichten”, beschrieb der Richter die Zielgruppe. Oft waren es aber auch Akademiker, darunter gut verdienende Zahnärzte oder Menschen, die mit ihren bei Ho. ge- oder verkauften Immobilien über größere Mengen Kapital verfügten.

Er überredete sie zur Geldanlage mit einem stattlichen Rendite-Versprechen. Acht bis zehn Prozent Zinsen sollten sie für ihre Einlagen erhalten.

Das könne er leisten, weil er dann nicht die hohen Zinsen für den Dispo-Kredit von 13 Prozent zahlen müsse. Und schon sprudelte die Geldquelle.

„Eine Million Euro sammelte er bar ein”, wunderte sich der Richter über die Bedenkenlosigkeit der Anleger. Unter ihnen gebe es traurige, „bittere Schicksale”.

Eine Familie mit einer kranken Tochter etwa, die er ruinierte: Das Geld war für Therapien zurückgelegt. Oder eine andere Familie mit einem behinderten Kind, dem sie Geld hinterlassen wollten - weg.

Oder eine Aussiedlerfamilie, hier sollte das Gesparte beim Kindeswunsch helfen.

Freude, so der Richter, wird Norbert No. nicht an eventuell versteckten Geldern haben: „Die erwirkten Rechtstitel sind 30 Jahre vollstreckbar.”

Eine Zuschauerin fassungslos auf dem Flur: „Er hat keine Miene verzogen!”
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