Düsseldorf - Im Mini-U-Boot „Nemo” auf Tauchstation

Im Mini-U-Boot „Nemo” auf Tauchstation

Von: Florian Lütticke, dpa
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Messe boot
Model Anna schaut am Freitag auf einer Vorschau zur boot Düsseldorf aus dem Bullauge des U-Bootes Nemo. Foto: dpa

Düsseldorf. Einmal wie James Bond über das Wasser fliegen oder im kleinen U-Boot die Fische beobachten: Neben dem Paddeln und Segeln präsentiert die weltgrößte Wassersportmesse „boot” 2009 alle möglichen Fortbewegungsarten rund um das kühle Nass.

1641 Aussteller aus 57 Ländern zeigen von Samstag an in Düsseldorf ihre Produkte.

Trotz aller Innovationen dürften auch bei der 40. Auflage der Messe vom 17. bis 25. Januar die Luxusjachten für das größte Aufsehen sorgen. Die 210 Tonnen schwere „Bandido 95” ist mit 28 Metern Länge das imposanteste Exemplar und hat bereits für 7,35 Millionen Euro einen Käufer aus Deutschland gefunden.

Wer schon immer wissen wollte, wie der frühere Formel 1-Fahrer Ralf Schumacher mit seiner Frau Cora die Freizeit auf den Meeren verbringt, wird neben der „Bandido 95” fündig. Seine neuerworbene Jacht „Tiger Rose” bietet allen Komfort auf circa 400 Quadratmetern Fläche: Vom im Marmor versenkbaren Fernseher und edlem Porzellan bis zum riesigen Sonnendeck.

Eine solche Jacht kostet 4,4 Millionen Euro. Im Schlafzimmer setzen die Schumachers auf Kissen im Raubtier-Stil, die Spiegel sind mit Zebrafell-Imitat umrahmt. „Nur das silberne Skelett eines Büffelkopfes wird wohl noch vom Bett entfernt”, erzählt Claudia Drettmann von der gleichnamigen Jachtagentur.

Absoluter Luxus geht auch in Zeiten der Finanzkrise. „Es gibt immer Leute, die Geld haben”, sagt Drettmann. Je ausgefallener, desto besser. So liegen Lars Ramcke schon mehrere Vorbestellungen für seine Entwicklung, ein Fluggerät, vor. Durch einen langen Schlauch wird Wasser in eine Art Rucksack gesaugt.

Ein kleiner Dreh am Handgriff - und das Wasser strömt aus Düsen senkrecht zum Boden. Der Fahrer fliegt durch den Rückstoß mit bis zu hundert Kilometern pro Stunde durch die Luft. Ein Motor im Wasser versorgt den „Jetlev-Flyer” mit Kraftstoff. Wer sich wie Geheimagent James Bond fühlen will, muss mindestens 100.000 Euro investieren. Vornehmlich russische Oligarchen gönnen sich nach Angaben des Herstellers diesen Spaß.

Gut betucht sollten ebenfalls die potenziellen Käufer eines U- Bootes für zivile Tauchgänge sein. Aus den Glas-Kuppeln können zwei Personen in bis zu 100 Meter Tiefe die Unterwasserwelt beobachten. „Wir wollten den Traum vom U-Boot fahren für eine breite Öffentlichkeit ermöglichen”, erzählt Entwickler Jürgen Herrmann. Ebenfalls ab 100.000 Euro ist diese Neuheit zu haben.

Doch die Branche hat auch die Konjunkturflaute im Blick. Insgesamt rechnet der Bundesverband Wassersportwirtschaft für 2008 mit einem Umsatzrückgang von knapp zwei Prozent. Besonders der Verkauf von neuen Booten macht Sorgen.

So achten viele Unternehmen auf die finanzielle Lage ihrer Kunden, wie beispielsweise eine Firma für Tauchbedarf. Hatte man vergangenes Jahr noch eine ausgefallene Flosse mit Gangschaltung präsentiert, steht dieses Jahr das günstige Modell eines Atemreglers im Fokus. „Wir stellen uns darauf ein, dass die Reisekassen knapper werden”, sagt Produkt-Entwickler Michael Wehrle.
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