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Ideen der Straßenplaner sichtbar gemacht: Fahren Sie das neue Kreuz!

Von: Yvonne Charl und Claudia Schweda
Letzte Aktualisierung:
kreuzbild
Blick von Köln Richtung Aachen in der Simulation für das neue Kreuz: Die Farben stehen für die Zielrichtung, in die der Verkehrsstrom fließt.Rote Fahrzeuge fahren nach Düsseldorf, grüne nach Belgien, dunkelblaue fahren nach Köln, hellblaue in die Niederlande und gelbe zum Europaplatz. Simulation: Ingenieurbüro Trapp

Aachen. In fünf Jahren soll das Aachener Autobahnkreuz vom Nadelöhr zum modernen Verkehrsknotenpunkt umgebaut werden. Zu behaupten, es bliebe kein Stein mehr auf dem anderen, wäre übertrieben. Aber die Planer sind schon auf teilweise erstaunliche Ideen gekommen, um vor allem den Kreuzungsverkehr beim Spurwechsel zu entzerren.

Die Lösung liegt in vielen neuen Brücken, Spuren und Streckenführungen, die künftig über-, unter- und vor allem nebeneinander zu finden sind. Sie alle zu erklären ist schwierig. Viel leichter ist, sich einfach anzuschauen, wie der Verkehr künftig geführt wird.

Dazu bieten wir unseren Leserinnen und Lesern sechs kurze Filme an, die vereinfacht dargestellte Fahrzeuge auf einigen Strecken durch das künftige Kreuz verfolgen (siehe Link unten).

Für Roland Trapp sind diese Simulationen Alltag. Der Aachener Bauingenieur hat das Kreuz zu Ende geplant. Für seinen Vater Karl-Heinz, ebenfalls Aachener, ebenfalls Bauingenieur, 75 Jahre alt. Die Ursprungsplanung zum neuen Aachener Kreuz war für Trapp senior die Krönung seiner Straßenbauplaner-Karriere.

Ein fünfarmiges Autobahnkreuz. Dagegen ist der Umbau des Kamener Kreuzes eine Fahrt auf gerader Strecke. Fünf Jahre arbeitete Karl-Heinz Trapp bis Ende 2006 an den Plänen für das neue Aachener Kreuz. Ab März oder April 2010 wird gebaut. Mit nur minimalen Änderungen am Ursprungsplan.

Der Druck ist groß

Acht Jahre vom ersten Gutachten bis zum Baubeginn. „Das ist im Vergleich zu anderen Baumaßnahmen schnell”, sagt Roland Trapp. Aber der Druck ist groß. Bis 2020 soll der Verkehr im Autobahnkreuz im Vergleich zum Jahr 2000 um 24 Prozent steigen.

Ob das neue Kreuz für die dann erwartete Zahl von 173.000 Nutzern am Tag ausgelegt ist, simuliert Roland Trapp mit einer Software, die nun auch Grundlage der Filme ist, die er auf Wunsch für den Internetauftritt dieser Zeitung erstellt hat.

Mit diesem Programm werden dynamische Abläufe auf Grundlage der Planungen durchgespielt. Heute kann man vorher wissen, ob es nachher funktioniert.

Das war nicht immer so. Vor 20 Jahren seien die ersten Programme dieser Art entwickelt worden, sagt Roland Trapp. Simuliert werden konnten nur kleine Strecken. Er selbst begann vor zehn Jahren am RWTH-Institut für Straßenwesen damit, Planungen durchzurechnen und Studien zu erstellen. „Heute könnte man ganz NRW damit rechnen.”

Standard sei die Simulation „für teure und komplizierte Straßenbaumaßnahmen”. Das Aachener Kreuz gehört definitiv in diese Kategorie: Es ist kompliziert und teuer. 75 Millionen Euro soll es kosten. Allein die neue zentrale Brücke ist mit 22 Millionen Euro veranschlagt.

Nicht nur wegen der Simulationssoftware - aber auch deswegen - weiß Roland Trapp, dass das Kreuz den prognostizierten Verkehr staufrei schaffen wird. „Das ist immer mit ein bisschen Luft nach oben geplant”, sagt er. Diese Luft nimmt dann etwa die Prognosen bis zum Jahr 2025 vorweg. Weiter reichen die Verkehrsentwicklungszahlen nicht.
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