Hunderudel fällt Mädchen an: Lebensgefährlich verletzt

Von: chh/heck
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Labrador symbol
Treuer Blick: ein Labrador. Die Tiere gelten als freundlich und belastbar und werden gerne als Spür- und Rettungshunde sowie als Führhunde für Blinde eingesetzt. Archivfoto: dpa

Maastricht/Tongeren. Der folgenschwere Angriff eines Rudels freilaufender Hunde auf ein elfjähriges Mädchen hat in der belgischen Provinz Limburg für Aufregung gesorgt. Das Kind erlitt lebensgefährliche Verletzungen, bis es mehreren Erwachsenen gelang, die Hunde zu vertreiben, wobei sie selbst ebenfalls gebissen wurden. Der Hundehalter hatte vor Jahren schon einmal eine illegale Zucht betrieben.

Das Mädchen war am Sonntagnachmittag in Begleitung einer gleichaltrigen Freundin mit dem Fahrrad im Örtchen Heukelom bei Riemst unterwegs gewesen, rund fünf Kilometer südwestlich von Maastricht, als die umherstreunenden Hunde plötzlich angriffen. Die Begleiterin konnte sich noch hinter einen Zaun retten, doch die Elfjährige wurde von der aggressiven Meute zu Boden angefallen und zu Boden gerissen.

Wie belgische und niederländische Medien berichten, kam ein junges niederländisches Paar dem Kind zu Hilfe. Die Hunde seien „wie Wölfe“ über das Mädchen hergefallen, schilderte der 27-jährige Retter das Geschehen gegenüber der Zeitung Het Belang van Limburg. Schließlich wehrten weitere vier Erwachsene die Angriffe der Hunde ab, darunter ein Polizist, wobei alle selbst Bisswunden erlitten.

Das Mädchen wurde mit lebensgefährlichen Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. Sie hatte Fleischwunden am ganzen Körper erlitten. Das belgische Nachrichtenportal Sudinfo.be zitierte den Vater der Elfjährigen, ihr Zustand habe an Bürgerkriegsopfer aus dem Kongo erinnert, die mit Macheten regelrecht in Stücke gehauen worden seien.

Nach einer ersten Operation im Krankenhaus in Tongeren wurde sie nach Genk gebracht, wo sie erneut operiert werden sollte. Wie mehrere Medien am Dienstag berichteten, ist sie mittlerweile außer Lebensgefahr.

„Das Paar, das das Mädchen in sein Auto gezogen hat, hat heldenhaft gehandelt“, wird der Bürgermeister von Riemst, Mark Vos, zitiert. Die Helfer hätten ihre eigene Unversehrtheit riskiert. Wie die Zeitung Het Laatste Nieuws am Dienstag berichtet, dankte auch die Familie der Elfjährigen den Rettern für ihr Eingreifen.

Derzeit ermitteln die Behörden, wie es zu dem Angriff kommen konnte. Die elf Hunde, sieben Bouvier-Treibhunde und vier Labradore, waren von einem benachbarten Grundstück ausgebrochen. Sie wurden eingeschläfert, fünf weitere Hunde aus dem Zwinger ins Tierheim gebracht. Bei einer zweiten Kontrolle entdeckten Mitarbeiter des Tierschutzes dann noch mehr als 30 weitere Hunde auf dem Gelände, die der Besitzer zunächst offenbar versteckt hatte. Auch sie wurden in ein Tierasyl gebracht. Teilweise seien sie verwahrlost gewesen.

Der Bürgermeister bezweifelte angesichts der Schwere des Vorfalls, dass die Tiere dem Besitzer zurückgegeben werden. Im Jahr 2008 habe der Mann schon einmal eine illegale Zucht betrieben; damals seien ihm mehr als 40 Hunde weggenommen worden. Auf ihn kommen jetzt Schadenersatzansprüche und möglicherweise ein Strafverfahren zu. Bei einer Verurteilung droht ihm eine Gefängnisstrafe von bis zu einem halben Jahr.

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