Hollywood-Stars im Interview: Spannender Nebenjob eines jungen Aacheners

Von: André Schaefer
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Cameron Diaz, Jason Segel, Christoph Maria Herbst, DJ Antoine oder die Tatortkommissare Nora Tschirner und Christian Ulmen: Lukas Jahn hat schon viele Promis interviewt. Collage: Claßen

Aachen. Als Cameron Diaz den Konferenzraum im Berliner Hotel Adlon betrat, erreichte Lukas Jahns Ruhepuls vorübergehend bis dato unbekannte Höhen. Mit einem Lächeln ging die Schauspielerin auf den 23-Jährigen zu, charmant, gut aussehend; wie man den Hollywood-Star eben von Auftritten auf sämtlichen roten Teppichen dieser Welt kennt.

Höflich gab sie Lukas Jahn die Hand, ein kurzes „Hi“ ging ihr über die Lippen, und schon war er gekommen, dieser Moment, dem der junge Mann tagelang etwas nervös entgegengefiebert hatte: der Moment, in dem er den ersten großen Hollywood-Star interviewen durfte.

Drei Monate ist diese Begegnung nun her. Und obwohl Cameron Diaz Jahns erste Gesprächspartnerin aus der obersten Riege der Filmstars war, ist der 23-Jährige fast schon ein Profi, wenn es um Interviews mit Stars und Sternchen aus der Unterhaltungsbranche geht. Ende 2011 gründete Jahn seine eigene Agentur „7Go!“. Es war der Startschuss eines Nebenjobs, in dem der 23-Jährige als Journalist seitdem reihenweise nationale und internationale Berühmtheiten trifft. Seine Interviews und Porträts veröffentlicht er seit knapp drei Jahren in sämtlichen Medien. „Dass es so schnell derart gut läuft, hätte ich nie gedacht“, sagt er.

Die Karriere des jungen Mannes, der in Aachen groß geworden ist, auf dem Viktoria-Gymnasium sein Abitur absolvierte, war ohnehin auf keine bestimmte Route programmiert. Klar, die Medienwelt interessierte Jahn schon immer. Doch den Königsweg hatte sich der 23-Jährige nicht zurecht gelegt. Nach dem Ende der elften Jahrgangsstufe kehrte Jahn der Schulbank zunächst den Rücken zu. Einem einjährigen Praktikum beim Fernsehen folgte dann doch 2011 das Abitur.

Sein Zeugnis hielt Jahn gerade in der Hand, da startete 48 Stunden später der Flug nach London. Jahn, der gerade einmal einen Fuß in den Bereich der Medien gesetzt hatte, ergatterte gleich eine Vollzeitstelle bei einer Londoner Nachrichtenagentur. Sechs Monate lang arbeitete er dort in einer deutschen Redaktion, die sich überwiegend der englischen Glamourwelt widmet. „Das war eine spannende Zeit“, sagt Jahn heute.

Große Konkurrenz

Doch der Aachener wollte mehr. Der Gründung der eigenen Agentur folgte sobald das Studium „Intermedia“ in Köln. Für Jahn ist es seitdem ein Leben zwischen Hörsaal und aufregenden Begegnungen mit Prominenten. „Ich habe keinen leichten Berufsweg gewählt“, weiß Jahn. „Die Konkurrenz ist natürlich riesig.“

Da verwundert es kaum, dass der 23-Jährige anfangs seine journalistischen Texte sämtlichen Medien kostenlos zur Verfügung stellte. „Mir ging es nie ums Geld, sondern um Referenzen. Du musst dir einen Namen machen“, sagt er.

Genau daran arbeitet der 23-Jährige mit großer Akribie. Bis zu 20 Stunden pro Woche investiert Jahn zusammen mit zwei weiteren Mitarbeitern in seine kleine Agentur. Unzählige Interviewanfragen hat er in den vergangenen Jahren gestellt. Und ebenso viele Ablehnungen musste der junge Mann verkraften. „Das gehört dazu, du musst hartnäckig sein“, sagt er.

Seine Hartnäckigkeit hat sich bereits eindrucksvoll ausgezahlt. Cameron Diaz, Jason Segel, Christoph Maria Herbst oder die Tatort-Kommissare Nora Tschirner und Christian Ulmen: Jahns Liste der interviewten Persönlichkeiten wird immer länger. „Im Laufe der Zeit habe ich mir ein paar Methoden angeeignet, die es mir ermöglichen, hier und da auch schneller mal einen Star treffen zu können“, sagt er.

Klare Zukunftsvorstellungen

Verraten möchte er seine Herangehensweise im Detail nicht. „Ich kann nur so viel sagen: Einen Prominenten aus den USA zu treffen, ist einfacher, als einen deutschen Promi. Hollywood-Stars zum Beispiel sind viel unkomplizierter als berühmte Persönlichkeiten aus Deutschland. Eine Cameron Diaz lässt im Nachhinein nicht jeden von mir geschriebenen Satz nochmals prüfen“, erzählt Jahn.

Das Gespräch mit Cameron Diaz und Jason Segel, die im September zur Vorstellung ihres Kinofilms „Sex Tape“ in Berlin waren, verlief „locker, unkompliziert und spannend“, verrät der 23-Jährige. „Beide waren äußerst sympathisch. In Anlehnung an ihren Kinofilm war es schon interessant, Beziehungstipps von Cameron Diaz zu erhalten“, sagt er mit einem breiten Grinsen.

Wohin die berufliche Reise einmal gehen soll, weiß Jahn ganz genau. „Die Film-PR und Pressearbeit reizt mich sehr“, sagt er. Bis es soweit ist, möchte er noch möglichst viele Promis treffen. In diesen Tagen wartet er auf eine Zusage für ein Interview mit Oscar-Gewinnerin Kate Winslet. Stattfinden soll es im Januar. In Los Angeles.

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