Hohe Haftstrafen im Kölner Prozess um gefährliche „Russenmafia”

Von: dpa
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Köln. Im Kölner „Russenmafia-Prozess” hat das Landgericht am Mittwochabend die fünf Angeklagten zu Haftstrafen verurteilt.

Die Richter befanden die 27 bis 44 Jahre alten Männer unter anderem der Geldfälschung und Steuerhehlerei für schuldig. Sie waren vor rund zwei Jahren zusammen mit weiteren Komplizen nach der Übergabe von 200.000 gefälschten US-Dollarscheinen an einen V-Mann der Polizei festgenommen worden.

Die nun verhängten Freiheitsstrafen liegen zwischen drei Jahren sowie sechs Jahren und elf Monaten - und damit nur knapp unter der Forderung der Staatsanwaltschaft.

Vor ihrer Festnahme waren die Männer monatelang observiert worden, weshalb der Vorsitzende Richter von „einer Tat vor laufenden Kameras” sprach. Laut Urteilsbegründung hatten die Männer zudem durch den Schmuggel von vier Millionen Zigaretten einen Schaden von 546.000 Euro beim deutschen Fiskus verursacht.

Einbußen beim Zigarettenschmuggel mussten die Männer durch den Orkan Kyrill hinnehmen, wodurch bei den in einer Lagerhalle zwischengelagerten Glimmstängeln ein massiver Wasserschaden und damit eine Wertminderung entstanden war.

Wegen der besonderen Gefährlichkeit der zum Umfeld der „Russenmafia” zählenden Angeklagten war der seit März dieses Jahres laufende Prozess von massiven Sicherheitsvorkehrungen begleitet.

Nach einer Gefährdungsanalyse der deutschen Polizei, in die Erkenntnisse russischer Ermittler aus Moskau eingeflossen waren, war das Kölner Gerichtsgebäude an jedem Verhandlungstag beim Vorführen der Angeklagten weiträumig abgesperrt, Zuschauer wurden genau kontrolliert. Der Hauptangeklagte wurde wiederholt mit einem Hubschrauber eingeflogen. Nach Angaben aus Justizkreisen sollen diese Maßnahmen den Steuerzahler einen fast fünfstelligen Millionenbetrag gekostet haben.

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