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Hohe Haftstrafe für Sextäter Andy L.

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:
Andy L.
Sextäter Andy L.: Acht Jahre Haft für den Missbrauch eines neunjährigen Jungen. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Zu acht Jahren Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung wegen schweren sexuellen Missbrauchs und Vergewaltigung eines neunjährigen Jungen ist am Freitag der Aachener Andy L. (40) vor dem Aachener Landgericht verurteilt worden.

Die 5. Große Strafkammer legte dabei das umfangreiche Geständnis des ehemaligen Feuerwehrmannes noch zu seinen Gunsten aus. Der Angeklagte habe damit dem traumatisierten Jungen eine neuerliche Aussage erspart, hieß es in dem Urteilsspruch von Freitagmorgen. Die Staatsanwaltschaft hatte für den Wiederholungstäter eine 13-jährige Haftstrafe gefordert, ebenfalls mit anschließender Sicherungsverwahrung.

Der Fall hatte auch deswegen Schlagzeilen gemacht, weil der Angeklagte im Jahr 2011 nach nach seiner Entlassung von einer siebenjährigen Haftstrafe - zu der er ebenfalls wegen Sexualdelikten an Jungen verurteilt worden war, die er in Köln und in Pfadfinderlagern verübt hatte - unter der verschärften Aufsicht eines Landesprogrammes namens Kurs (Konzeption im Umgang mit rückfallgefährdeten Sexualstraftätern) stand.

Das Kurs-Programm soll für solche Täter ein engmaschiges Netz der polizeilichen und sozialen Kontrolle bereitstellen. Dazu sagte der Vorsitzende Richter Roland Klösgen: „Der Angeklagte hat alle schwer getäuscht.“ Man habe bei ihm eine „hohe Intelligenz“ festgestellt, die ihn aber offenbar nicht vor seinen Neigungen geschützt habe. Diese „homopädophile“ Ausrichtung des Täters sei nach den Ergebnissen der Begutachtungen bei Andy L. „nicht therapierbar“. Sollte er wieder frei kommen, müssten genaue „Vermeidungsstrategien“ erarbeitet werden.

Die musste L. auch schon früher befolgen. So durfte er sich keinesfalls in der Nähe von Kindern aufhalten. Das umging der seit jeher religiöse Mann, indem er sich in einer Aachener Pfarre betätigte. Dort erschlich er sich das Vertrauen der Großeltern des Jungen. Das Kind wohnte bei ihnen, weil seine Mutter nicht mehr lebt.

Die Vertreterin der Nebenklage, Anwältin Gabi Pathe, berichtete, die von ihr vertretene Großmutter empfinde das Strafmaß des Urteilsspruchs „als zu gering“. Der Junge sei schwer traumatisiert und müsse das Geschehen psychologisch aufarbeiten.

Die Großmutter beklagte gegenüber unserer Zeitung, die Aufsicht seitens der Behörden sei zu lax gehandhabt worden. „Wie kann es sein, dass man den Täter und den Jungen oft in der Öffentlichkeit gesehen hat? Beispielsweise beim Martinszug. Das hätte doch schon früher auffallen müssen“, sagte sie.

Das Verbrechen war durch Zufall aufgeflogen, weil eine Behördenangestellte den Mann von seinen Besuchen bei der Aachener Bewährungshilfe her kannte und ihn eines Tages Hand in Hand auf der Straße mit dem Jungen sah.

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