Aachen/Düsseldorf - Hoeneß-Effekt: Starker Anstieg der Selbstanzeigen auch in der Region

Hoeneß-Effekt: Starker Anstieg der Selbstanzeigen auch in der Region

Von: gego
Letzte Aktualisierung:

Aachen/Düsseldorf. Im ersten Quartal 2014 haben in Nordrhein-Westfalen 2.656 Steuerhinterzieher Selbstanzeige erstattet, so viele wie noch nie zuvor innerhalb eines Quartals. 2013 waren es im selben Zeitraum lediglich 538 Selbstanzeigen gewesen.

 Das geht aus Zahlen hervor, die NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans (SPD) jetzt veröffentlicht hat. Das Land NRW steht damit an der Spitze eines Trends, der das gesamte Bundesgebiet betrifft. In den Kreisen Düren und Heinsberg und der Städteregion Aachen waren es 163 Steuerhinterzieher, die sich im ersten Quartal selbst anzeigten.

Ein Grund für den sprunghaften Anstieg der Selbstanzeigen dürfte der aufsehenerregende Steuerstrafprozess gegen den früheren Bayern-München-Präsidenten Uli Hoeneß sein, der vom Landgericht München zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt wurde. Es wird erwartet, dass Hoeneß seine Strafe in Kürze antreten wird. Die „Sueddeutsche Zeitung“ berichtete über einen weiteren Grund: Nach dem gescheiterten Steuerabkommen mit Deutschland steige der Druck auf Schweizer Banken, die sich daher eine sogenannte Weißgeld-Strategie auferlegt hätten. Derzeit forderten sie ihre Kunden auf, sich bis zum Ende des Jahres steuerehrlich zu machen.

Nicht mehr besser gestellt

Walter-Borjans erklärte, er werde zukünftig darauf achten, dass Steuerhinterzieher mit einer Selbstanzeige nicht mehr besser gestellt sind als ehrliche Steuerzahler. Insgesamt haben sich in Nordrhein-Westfalen seit 2010 mehr als 14 500 Steuerhinterzieher selbst angezeigt, davon 879 aus den Kreisen Düren und Heinsberg und der Städteregion Aachen.

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