Aachen - Hochschulrektorenkonferenz feiert in Aachen ihr 60-Jähriges

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Hochschulrektorenkonferenz feiert in Aachen ihr 60-Jähriges

Von: Axel Borrenkott
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Festakt in der Aula: Bundesbildungsministerin Annette Schavan, Festredner Paul Nolte, NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers, RWTH-Rektor Ernst Schmachtenberg und seine Frau Petra (von links) beim Auftakt der Hochschulrektorenkonferenz in der RWTH Aachen. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. „Ich begrüße einfach mal alle Magnifizenzen.” Mit lockerem Schwung gab Ernst Schmachtenberg, selbst nicht einmal volle neun Monate im Amt als Rektor der RWTH, am Montag den Gastgeber für (fast) alle der 258 Rektoren und Präsidenten deutscher Hochschulen.

Die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) tagt in Aachen, und das ziemlich geschichtsträchtig. Diesen Dienstag vor 60 Jahren wurde sie gegründet. So gerät die übliche Jahresversammlung der HRK, auf der heute erwartungsgemäß Margret Wintermantel als Präsidentin bestätigt wird, zum veritablen Festakt. Mit Ministerpräsident, Bildungsministerin, Festrede und Nachtkonzert im Dom.

Zu ihren Versammlungen lässt sich die HRK jeweils in eine andere Hochschulstadt einladen. So verdankt sich dieses schöne Event für Aachen, die RWTH, ihren neuen Rektor und dessen Vorgänger Burkhard Rauhut, der auch Vizepräsident der HRK war. Als Festredner („Hochschulen - Motor wissenschaftlicher Entwicklung”) hatte man den Berliner Historiker Paul Nolte gewonnen.

Die HRK hieß übrigens nicht immer so, sondern wurde 1949 als Westdeutsche Rektorenkonferenz gegründet, die RWTH war dabei. „Eigentlich war das die Antwort auf einen unfreundlichen Akt der staatlichen Seite”, erinnerte Präsidentin Wintermantel daran, dass sich die Hochschulen damals von der Etablierung der Kultusministerkonferenz ausgegrenzt sahen - mit der die HRK bis heute ein spannendes Verhältnis pflegt.

Das „am Anfang äußerst fragile Gebilde” HRK entwickelte sich dann mit den auch heftiger werdenden Zeiten zur „Stimme der Hochschulen”, lauter werdend in den bildungspolitischen Auseinandersetzungen der 60er Jahre, öffnete sich in den 70ern für die neuen Fachhochschulen und gab sich 1990 nach der Wiedervereinigung den heutigen Namen.

Seither auch werden die recht zahlreichen Stellungnahmen der HRK bestimmt von den bis heute relevanten Themen der Hochschulentwicklung: Autonomie, Studienreform, Studiengebühren, Wettbewerb, Leistung und ihre Bewertung.

Dass Leistung in Wissenschaft und Bildung nicht nur eine Frage der Ökonomie sein sollte, daran erinnerte NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers in seiner - in dieser Hinsicht durchaus bemerkenswerten - Rede. „Bildung wird nur noch Mittel zum Zweck, Durchgangsstation zu mehr Wettbewerbsfähigkeit”, rau(n)te Rüttgers ein ums andere Mal. „Bildung ist auch Selbstzweck. Sie trägt ihren Lohn in sich.” Auf diesem schönen Bildungstripp kam Rüttgers Redenschreiber schließlich bei der Krise der Finanzmärkte und diesen geradezu altdeutschen Sätzen an: „Wir müssen zurückkehren zu den Maßstäben des ehrlichen Kaufmanns. Zu Fleiß, Anstand, Ehrlichkeit.”

Dass sich in der Wendung zur Betonung des Positiven ein bisschen Wahlkampfrhetorik der Christdemokraten anbahnt, ließ auch die Rede von Bildungsministerin Annette Schavan vermuten. „Wir reden zu viel über die Kosten der Bildung. Wir reden zuviel über die Risiken in Deutschland. Kaum jemand redet über Chancen. Wir müssen für die Aufgaben der Zukunft so viel Leidenschaft entwickeln wie für die Abwrackprämie.” Und übrigens, so der mit Applaus bedachte kleine Seitenhieb auf die Kabinettskollegen für Landwirtschaft und Umwelt, müsse man auch über Genmais und Kernenergie diskutieren.

Den großen Dank des RWTH-Rektors nahmen sowohl der Ministerpräsident mit (für Hochschulfreiheitsgesetz und Studiengebühren) wie die Bundesmininisterin (für die Exzellenzinitiative). Aber, so Schmachtenberg, Politik allein reicht nicht: „Wir müssen unsere Gesellschaft davon überzeugen, dass jeder Euro, der in die Hochschule investiert wird, besser ist als jede Abwrackprämie.”

Die Hochschulrektorenkonferenz, die „Stimme der Hochschulen”

Die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) ist der freiwillige Zusammenschluss der staatlichen und staatlich anerkannten Universitäten und Hochschulen in Deutschland. Zurzeit sind das 258, davon 81 Universitäten und 114 Fachhochschulen.

Als „Stimme der Hochschulen” gegenüber Politik und Öffentlichkeit sieht sich die HRK. Und als „Forum für den gemeinsamen Meinungsbildungsprozess” der Hochschulen.

Sie befasst sich mit allen Themen, die Aufgaben der Hochschulen betreffen wie Forschung, Lehre, Studium, wissenschaftliche Weiterbildung, Technologietransfer, internationale Kooperationen.

Gegründet wurde die HRK 1949 als Westdeutsche Rektorenkonferenz. Nach der deutschen Wiedervereinigung 1990 benannte sie sich in HRK um.

Präsidentin seit 2006 ist Margret Wintermantel, die aller Voraussicht nach auf der heutigen Jahresversammlung in Aachen wiedergewählt wird.
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