Hochschulbeschäftigte: Staatliches Geld, aber schlechter Job

Von: dpa/lbe
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Hochschulbeschäftigte sind unzufrieden - auch an der RWTH Aachen.

Düsseldorf/Aachen. Befristete Beschäftigung, unbezahlte Überstunden und mangelhafte Aufstiegsperspektiven – so beschreiben viele Hochschulbeschäftigte in NRW ihre Arbeit. Laut einer Befragung des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) kann sich jeder Vierte deswegen nicht vorstellen, langfristig an einer Hochschule in NRW zu arbeiten.

Der Vorsitzende des DGB in NRW, Andreas Meyer-Lauber, forderte gestern von der Landesregierung, Abhilfe zu schaffen. „Die Hochschulen in NRW sind noch meilenweit davon entfernt, ein guter Arbeitgeber zu sein“, kritisierte er. NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (SPD) versicherte, Reformen seien bereits eingeleitet. Der DGB hat 900 Antworten aus 20 Hochschulstandorten in NRW ausgewertet – die Stichprobe ist allerdings keine nach wissenschaftlichen Kriterien repräsentative Befragung.

Jetzt seien die einzelnen Hochschulen und die Landesregierung gefragt, die „Trend-Aussagen“ flächendeckend zu erforschen, forderte Meyer-Lauber. In NRW arbeiten rund 97.000 Beschäftigte an Universitäten und 17.000 an Fachhochschulen.

Vier von fünf Wissenschaftlern an Universitäten gaben an, befristet beschäftigt zu sein. In den Fachhochschulen gilt das für gut jeden zweiten. An der RWTH Aachen kommt das in etwa hin. 4500 wissenschaftliche Mitarbeiter sind dort beschäftigt – 75 Prozent befristet. „Das Ergebnis bestätigt unsere Vermutung, dass es an den Hochschulen eine ausufernde Befristungspraxis gibt“, stellte Meyer-Lauber fest.

Die Hälfte der befristeten Beschäftigungen umfasse nicht mal ein Jahr. Manfred Nettekoven, Kanzler der RWTH, gibt an, dass dort „70 Prozent der Verträge für mindestens ein Jahr gelten“. Weitere Verbesserungen sollen folgen, beispielsweise durch die Arbeitsgruppe „gute Arbeit an der RWTH“ und eigene Umfragen.

Mit ihrem Einkommen sind quer durch die Berufsgruppen an den Hochschulen 40 Prozent unzufrieden; jeweils knapp 30 Prozent finden es angemessen oder äußerten eine neutrale Haltung. Am größten ist die Unzufriedenheit an den Fachhochschulen, bei Älteren sowie in Verwaltung und Technik.

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