Leverkusen - Hinter dem Holi-Fest verbirgt sich eine alte indische Tradition

Hinter dem Holi-Fest verbirgt sich eine alte indische Tradition

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Unabhängig von der Religion ist beim Holi-Festival jeder willkommen. Höhepunkt ist der atemberaubende Moment, an dem alle Teilnehmer gleichzeitig das Pulver in die Luft werfen. Foto: dpa

Leverkusen. Die FH-Studierenden haben schon einmal Holi-Festival-Luft geschnuppert und das „Holi Festival of Colours“ in Leverkusen besucht.

Die Sonne strahlt und die Besucher warten ungeduldig darauf, endlich das Gelände betreten zu dürfen. Pünktlich um 12 Uhr ist es dann soweit, denn die Verantwortlichen öffnen die Pforten des Festivalgeländes auf dem Neulandpark in Leverkusen. Nach und nach strömen die zahlreichen, meist weiß gekleideten Festivalbesucher auf den Platz vor der Bühne, um bei guter Laune, Sonne und Elektroklängen zu feiern.

Zu Beginn unterscheidet sich die Stimmung nicht von der auf anderen Festivals. Statt zu feiern, sitzen die Besucher meist im Kreis und unterhalten sich, doch die Aufregung vor dem ersten Farbcountdown liegt in der Luft. „Ich bin gespannt, ob wirklich alle feiern, wenn es bunt ist“, sagt Vanesa (22) aus Leichlingen. Nur wenigen Besuchern ist die indische Tradition, die sich hinter Festivals dieser Art verbirgt, bewusst.

„Wir haben die Kernelemente aus dem hinduistischen Holi-Fest herausgezogen, distanzieren uns aber von der Religion, weil hier Alle willkommen sind. Wir sind eine Spaßveranstaltung“, schildert Veranstalter Maxim Derenko, „Die Kernelemente Gleichheit, Toleranz und gegenseitiger Respekt sind sehr wichtig für unser Konzept und das Festival an sich. Diese Elemente sollen durch unsere Festivals allen Menschen zugänglich sein ohne, dass sie dafür nach Indien reisen müssen“, so Derenko weiter.

Bei knapp 1,5 Millionen Facebook-Fans, die „Holi Festival of Colours“ mittlerweile aufweist, sei die Kommunikation sehr wichtig. Mit Hilfe von Facebook und anderer Öffentlichkeitsarbeit vermitteln die Veranstalter die Botschaft des Festivals an ihre Fans weiter, doch der Spaß soll nach wie vor im Vordergrund stehen. Nicht nur in Deutschland kommt dieses Konzept an, denn auch im Ausland sind die Veranstalter des „Holi Festival of Colours“ erfolgreich.

Mit Farbbeuteln ausgestattet versammeln sich tausende Besucher in Leverkusen auf dem Bühnenvorplatz oder verteilen sich auf dem weitläufigen Gelände. Kurz vor dem ersten Farbwurf sind nicht nur die Temperaturen, sondern auch die Stimmung durch das Bombay Boogie Soundsystem auf dem Höhepunkt. Um 15 Uhr kündigt Host Patrice Bouédibéla dann den Farbcountdown an, die Besucher zücken ihre Farbbeutel und endlich ist es soweit.

Drei, zwei, eins und schon werfen alle gleichzeitig das Farbpulver in die Luft. Dieser Moment ist im wahrsten Sinne des Wortes atemberaubend, denn nicht umsonst trägt der Großteil der Besucher einen Mundschutz. Für einige Sekunden legt sich eine Staubwolke über die Menge und die Besucher tanzen bei lockerer Stimmung. „Man feiert nicht nach vorne zum DJ, wie es oft bei elektronischen Festivals der Fall ist, die Leute sind die Stars hier und feiern sich selbst,“ sagt Derenko,

Allmählich legt sich die Staubwolke wieder, die Stimmung aber bleibt ausgelassen und die Besucher erfreuen sich an den Farben, die Körper und Kleidung bedecken. Maxim Derenko versichert, dass das Farbpulver für Mensch und Natur unschädlich sei und man viel Forschungsarbeit hineingesteckt habe, um das optimale Pulver zu erhalten. Stunde um Stunde erwarten die Besucher voller Vorfreude den nächsten Farbcountdown und es gibt kaum jemanden, der sich nicht von der guten Laune anstecken lässt. Maxim Derenko schwärmt: „Ich freue mich jedes Mal auf die zahlreichen Besucher und auf den Moment, wenn alle gemeinsam feiern und zusammen kommen. Hier entstehen Beziehungen und neue Freundschaften. Das ist sehr schön.“

Der Grundgedanke von Gleichheit und Toleranz wird auf dem Festival gelebt, denn die Menschen tanzen und lachen zusammen und es fällt niemand negativ auf. Dies liegt nicht zuletzt an den zahlreichen Sicherheitsleuten, die einen reibungslosen Ablauf des Festivals gewährleisten. Mit einem knapp 200-seitigen Sicherheitskonzept sowie Schulungen für das Personal legen die Veranstalter besonderen Wert auf das Thema Sicherheit. „Jede Position muss ihre Aufgabe genau kennen, damit kein Chaos entsteht“, betont Derenko.

Generell herrscht bei den Besuchern des Festivals eine friedliche Grundstimmung, so dass das Personal hier nur selten eingreifen muss. Verschiedene DJs wie „Schluck den Druck“, „Dumme Jungs“, „Moguai“ und viele mehr sorgen für die musikalische Untermalung des farbenfrohen Fests. Viele Erstbesucher sind seit dem ersten Farbcountdown davon überzeugt, im nächsten Jahr wiederzukommen. Derenko: „Die Leute möchten gemeinsam Kindergeburtstag für Erwachsene feiern“.

Langsam neigt sich das Festival dem Ende zu und um 21.50 Uhr findet der letzte Farbcountdown statt. Danach verlässt die Menschenmenge das Gelände. Zurück bleiben nur ein mitgenommener Rasen und zufriedene Veranstalter. „Immer wenn die Leute das Festival verlassen, haben sie ein breites Grinsen auf den Lippen. Das ist für mich das Beste daran und deswegen kommen die Leute gerne wieder“, stellt Maxim Derenko fest.

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