Aachen - Hilfe für „befreundeten” Dom

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Hilfe für „befreundeten” Dom

Von: Bernd Mathieu
Letzte Aktualisierung:
Die Kathedrale in Sarajevo ers
Die Kathedrale in Sarajevo erstrahlt in neuem Glanz: Dank der Spenden und der konkreten handwerklichen Hilfe aus Aachen konnte die Renovierung jetzt abgeschlossen werden. Foto: zva

Aachen. Es ist eine Geschichte. Eine Geschichte von Hilfe. Von Solidarität. Von Freundschaft. Und auch von ganz und gar unkomplizierter Internationalität.

Morgen werden Christen aus Bosnien-Herzegowina und aus Aachen in Sarajevo den Abschluss der Renovierung der katholischen Kathedrale Herz Jesu feiern. Und es ist auch der Abschluss einer Geschichte, die maßgeblich Heribert August, der Pfarrer der Burtscheider Gemeinde St. Gregor, und Dieter Philipp mit seiner renommierten Maler-Werkstatt geschrieben haben. 65 Teilnehmer aus der Städteregion Aachen, unter ihnen Oberbürgermeister Marcel Philipp und Weihbischof Karl Reger, sind an diesem Wochenende zu Gast auf dem Balkan, um den feierlichen Moment mit zu erleben.

Heribert August kannte seit vielen Jahren Marco. Der Priester hat August auf vielen Stationen begleitet, war unter anderem sein Kaplan in der Pfarre St. Nikolaus in Mönchengladbach-Haardt. „Überall, wo ich war, hat er mitgearbeitet und mich sehr unterstützt”, erinnert sich August gerne - und wehmütig. Marco ist 2010 gestorben. Längst war er Professor an der Hochschule in Sarajevo, leitete das Priesterseminar und war eine Zeitlang Rektor der Universität. Seine schwere Krankheit machte mehrere Operationen im Burtscheider Marienhospital nötig.

Spaziergang durch die Altstadt

Natürlich besuchte Heribert August seinen Freund auch in Sarajevo, natürlich ging er auch in die Kathedrale. „Beim Spaziergang durch die Altstadt von Sarajevo fielen mir die vielen Renovierungsarbeiten an den Moscheen auf. Warum sollten wir Christen es nicht schaffen, die letzte große Kirche an der Grenze zum islamischen Osten zu renovieren?” Sofort nach seiner Rückkehr nach Aachen nahm August das Projekt in Angriff und sprach zahlreiche potenzielle Mitstreiter an. Mit für ihn unerwartet großem Erfolg. Und nun ging es fast rasend schnell.

August konnte den Präsidenten der Handwerkskammer Aachen, Dieter Philipp, für das Projekt gewinnen. Sie reisten nach Sarajevo zu einer ersten Ortsbesichtigung, sahen eine Kathedrale in einem nach dem Balkan-Krieg „einfachst renovierten Zustand”. Dieter Phi-lipp beschreibt das heute so: „Die einstmals wunderbar ausgemalte Architektur war unifarben überstrichen.” Kurzum: Es musste und es sollte etwas passieren. Der Aachener Architekt Franz Lobs nahm sich ebenfalls vor Ort des Objekts an, und Philipp schickte immer wieder einen seiner besten Leute für zwei oder drei Tage nach Sarajevo, Peter Rohn. Es gelang, mit einheimischen Firmen zu verhandeln und mit deren Handwerkern die Herausforderung zu beginnen. Dieter Philipp: „Herr Rohn war 17 Mal in einem Jahr in Sarajevo, er hat die Jungens dort richtig trainiert!” Da es viel schneller los ging als erwartet, sah sich Heribert August plötzlich unter dem Druck, zügig das nötige Geld über Spenden zu besorgen. Er stieß auf viele offene Ohren und vor allem spendende Hände, sage und schreibe 400.000 Euro kamen da zusammen.

Und weitere helfende Handwerker von der Burtscheider Elektrofirma Beckers, die auch nach Sarajevo reiste, um sich um die Elektroinstallation und das Licht in der Kathedrale zu kümmern. Einheimische junge Leute trugen ihren Teil dazu bei, die Kathedrale auf Hochglanz zu bringen. Sie reinigten die Steinaltäre und erledigten in höchster Kompetenz und Präzision sämtliche Goldarbeiten an allen Altären.

Nun wird gefeiert. Und die Aachenerinnen und Aachener, die als fleißige Handwerker und engagierte Spender geholfen haben, sind dabei.
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