Verden - Helfer der „Sauerland-Gruppe” steht vor Gericht

Helfer der „Sauerland-Gruppe” steht vor Gericht

Von: ddp
Letzte Aktualisierung:
Prozess gegen Sauerland-Gruppe
Die Bildkombo zeigt die Angeklagten Daniel Schneider, Atilla Selek, Fritz Gelowicz und Adem Yilmaz (von links nach rechts) in Düsseldorf im Verhandlungssaal des Oberlandesgerichtes. Foto: dpa

Verden. Ein wegen Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz vor Gericht stehender Chemikalienhändler, der die terroristische „Sauerland-Gruppe” beliefert hatte, muss mit einer mehrjährigen Haftstrafe rechnen.

Verteidigung, Staatsanwaltschaft und Kammer verständigten sich am Dienstag zu Prozessbeginn vor dem Landgericht Verden auf ein Strafmaß zwischen zwei Jahren und neun Monaten und drei Jahren und neun Monaten. Als Gegenleistung muss der 39-Jährige aus Hodenhagen (Kreis Soltau-Fallingbostel) ein glaubhaftes Geständnis ablegen. Die Staatsanwaltschaft war bisher von einer Höchststrafe von fünf Jahren ausgegangen.

Dem Angeklagten Rainer B. wird vorgeworfen, unter anderem die Mitglieder der „Sauerland-Gruppe” mit mehreren Kanistern Wasserstoffperoxid beliefert zu haben. Dabei nahm er laut Staatsanwaltschaft billigend in Kauf, dass die Gruppe damit auch tatsächlich Sprengstoff herstellt.

Weil es sich bei Wasserstoffperoxid um ein „instabiles, unberechenbares Zeug” handele, das in der Handhabung hoch gefährlich sei, sei er sicher gewesen, „Sprengbares machen geht nicht”, sagte B. dazu vor Gericht. Er habe vielmehr angenommen, dass die Kunden eine Gebäudereinigungsfirma betrieben, bei der diese Substanz häufig in größeren Mengen verwendet werde. Es habe ihn „fassungslos” gemacht, als er später von den wahren Absichten der „Sauerlandgruppe” erfahren habe, sagte B..

Die vier Mitglieder der „Sauerlandgruppe” wurden im März 2010 zu Haftstrafen zwischen fünf und zwölf Jahren verurteilt worden, weil sie nach Überzeugung des Gerichts im Auftrag der „Islamischen Dschihad Union” (IJU) Anschläge auf US-Einrichtungen in Deutschland geplant hatten.
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