Heintje lädt auf sein Gut und die Fans kommen

Von: Nina Krüsmann
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Ein warmes Wort für jeden: Der Schlagersänger begrüßt seine Fans auf seinem Gut im belgischen Moresnet. Foto: Krüsmann

Moresnet. Heintje hat immer noch seine Fans. Sie lieben ihn, er liebt sie. Erleben kann man das seit drei Jahren bei einem einfachen Sommerfest mit Musik auf dem Gut von Hein Simons, Gut Schimper, zwölf Kilometer westlich von Aachen: beim Showtreff.

Kurz bevor die Busse kommen, ist es, als würde der Hausherr seine Geburtstagsfeier vorbereiten. Überall schaut der 59-Jährige nach dem Rechten und packt selbst mit an, wo es nötig ist. Das würde vielleicht nicht jeder mit seiner Vergangenheit tun: 40 Millionen Mal hat sich allein seine erste LP „Heintje“ verkauft.

Das Lied „Mama“, das er als damals Elfjähriger gesungen hat, dürfte selbst heute nur wenigen unbekannt sein. Trotzdem trägt er an diesem sonnigen Tag mit anderen zusammen ein Zeltdach an den richtigen Platz. Das nennt man wohl bodenständig.

Die etwa 250 Fans kommen vor allem aus Deutschland. Der Bus mit der weitesten Anfahrt hat ein Mainzer Kennzeichen. Auch die Mitglieder des Internationalen Hein-Simons-Fanclubs nehmen an den Biertischen Platz. Fast erstaunlich ist das Alter der Menschen, die kommen: Es sind Senioren dabei, natürlich. Aber auch viele Eltern mit Kindern sind darunter, die Heintje kaum aus der Zeit kennen können, als er seine großen Hits hatte.

Viele Blogger aus der Schlagerszene sind da, um die neuesten Informationen zu sammeln. Und nicht nur sie wollen ein Foto von und mit Simons. Seine Fans stehen Schlange, um ein gemeinsames Bild mit ihrem Idol zu bekommen. Alte Langspielplatten, Fotografien aus den Kindertagen der Fans, moderne CDs und DVDs tragen am Ende des Tages das Autogramm von Heintje. Die Widmung „Für Mama“ ist besonders gefragt. Simons erfüllt geduldig jeden Wunsch, hat für jeden ein nettes Wort.

Gut Schimper, das ist seit rund 40 Jahren das Zuhause des gebürtigen Niederländers Simons. Seine Gäste stehen quasi in seinem Wohnzimmer – und ertragen dafür zwischen den Auftritten von Nachwuchsinterpreten und mit Simons befreundeten Künstlern höflich und geduldig die Reitvorführungen des auf dem Hof ansässigen Reitvereins.

Simons‘ Leidenschaft für den Reitsport begann als Elfjähriger: Für den großen Erfolg seiner ersten LP „Mama“ schenkte der Produzent und Manager Addy Kleijngeld ihm das nach ihm benannte Pony „Addi“. Die Fans wissen das. Und Simons‘ eigene Kinder scheinen die Leidenschaft zu teilen: Tochter Gina erklärt den Mädchen und Jungen das Ponyreiten und auch der frischgebackene Schwiegersohn und die beiden Söhne Hendrik und Pascal sind mit dabei. Die idyllische Landschaft ringsum von Gut Schimper ist für Simons ein Ort der Inspiration und des Rückzugs.

Simons ist ein Familienmensch, offensichtlich. Aber er zieht sich noch nicht ins Private zurück. Seine letzte kommerziell erfolgreiche Platte „Einfach ich“ erschien vor drei Jahren. Jetzt soll seine erste niederländische Platte seit 25 Jahren erscheinen. Im Frühjahr beginnen die Aufnahmen zur neuen deutschen CD zu seinem 60. Geburtstag. Es sind wieder mehr Fernsehauftritte geplant. „Aber heute lasse ich singen“, sagt Simons und schmunzelt. Auf der kleinen Bühne vor dem Reiterstübchen tritt Udo-Lindenberg-Double Uwe Tatusch auf. Der Spaß ist groß. Und beim Auftritt des siebenjährigen Roy ist Simons sichtlich gerührt: Sein Lied über Mama und Papa hätte passender nicht sein können.

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