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Heiligtumsfahrt soll Weltkulturerbe werden

Von: Claudia Schweda
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In diesem Marienschrein in der Chorhalle des Aachener Doms liegen die vier Heiligtümer, die nur alle sieben Jahre zur Heiligtumsfahrt gezeigt werden. Im kommenden Jahr ist es wieder soweit. Gestern informierte Bischof Heinrich Mussinghoff über Details. Foto: Harald Krömer

Aachen. Das Bistum Aachen stellt bei der Unesco den Antrag, die Aachener Heiligtumsfahrt als immaterielles Weltkulturerbe anzuerkennen. Im November werde ein entsprechender Antrag eingereicht, sagte Dompropst Helmut Poqué am Donnerstag in Aachen. Im Falle einer Anerkennung wäre der Dom materielles und immaterielles Kulturerbe zugleich.

Mit einer Entscheidung rechnet Poqué nicht vor 2016. Der Aachener Dom wurde 1978 zum ersten deutschen Unesco-Weltkulturerbe ernannt. Der Status des immateriellen Weltkulturerbes kann in Deutschland erst seit Juli diesen Jahres beantragt werden. Auch in diesem Fall ist das Aachener Domkapitel also in der ersten Bewerbungsrunde dabei.

Die Bundesregierung hatte im Dezember 2012 einen Beitritt zum Unesco-Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes beschlossen. Das immaterielle Kulturerbe umfasst nach Definition der UNESCO „Bräuche, Darstellungen, Ausdrucksformen, Wissen und Fertigkeiten – sowie die dazu gehörigen Instrumente, Objekte, Artefakte und kulturellen Räume […], die Gemeinschaften, Gruppen und gegebenenfalls Einzelpersonen als Bestandteil ihres Kulturerbes ansehen.“

Viele Besucher nähmen die Kathedrale nur als Kulturgut wahr, sagte der Dompropst. Wenn die Heiligtumsfahrt als immaterielles Kulturgut anerkannt würde, könne der „geistige Wert“, der im Dom gepflegt wird, stärker deutlich gemacht werden. Auch die Echternacher Springprozession sei seit Jahren als immaterielles Kulturgut anerkannt. Die Kriterien, dass die Tradition in die Zukunft hineinreiche, offen für jeden sei und nicht kommerziell betrieben werde, seien auch bei der Heiligtumsfahrt gegeben.

Die nächste Heiligtumsfahrt steht im kommenden Jahr an und verbindet sich mit den Feiern zum 1200. Todestag von Karl dem Großen. Vom 20. bis 29. Juni werden rund 100.000 Pilger erwartet.

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