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Heerlen: Drogenrazzia in einer neuen Dimension

Von: Tobias Röber
Letzte Aktualisierung:
Drogenrazzia heerlen
In einer groß angelegten Razzia hat die niederländische Polizei Hanfplantagen ausgehoben. Foto: Roeger

Heerlen. Es sah beinah aus wie im Film. Um 7.30 Uhr rückte die Polizei mit einer Hundertschaft an, blitzschnell war das Viertel Kasteelbuurt in Hoensbroek bei Heerlen abgeriegelt. Über den Dächern der 47 ins Visier genommenen Wohnungen kreiste ein Polizeihubschrauber, und eine Reiterstaffel kontrollierte die mit Büschen und Bäumen bepflanzten Grenzen des Viertels.

Am Nachmittag stand das Ergebnis der Drogenrazzia fest: 19 Cannabis-Plantagen wurden ausgehoben, 18 Personen verhaftet, und zudem fand die Polizei Chemikalien für die Herstellung von Amphetaminen.

Auslöser der groß angelegten Razzia waren die Elektrizitätswerke, die im August Stromdiebstahl aus Kasteelbuurt gemeldet hatten. Zudem hatten sich Bewohner über häufige Kurzschlüsse und die damit verbundene Brandgefahr beklagt.

Für die Polizei sei Stromdiebstahl ein Indiz, dass Cannabis angebaut wird, da solche Plantagen sehr stromintensive Beleuchtung bräuchten, erklärte Peter Tams, Sprecher der Polizei Limburg-Süd.

„Es ging uns nicht nur um den Drogenanbau, sondern auch um den Stromdiebstahl im Wert von mehreren hunderttausend Euro”, sagte Tams. Das Viertel Kasteelbuurt ist den Beamten bekannt.

„Wir sind jeden Monat ein- bis zweimal dort, um Plantagen auszuheben”, sagte Tams. Die Dimension am Dienstag war jedoch ganz neu. Ab 7.30 Uhr kam niemand in den Stadtteil hinein, raus ging es nur nach intensiver Kontrolle.

„Es galt eine Notverordnung, die gibt es nur ein- bis zweimal jährlich bei der Polizei”, hob Peter Tams hervor. Diese Verordnung erlaubte es den insgesamt 250 Beamten und Mitarbeitern der Elektrizitätsfirma, das Viertel komplett abzuriegeln und in alle Wohnungen einzudringen.

„In Kasteelbuurt eskaliert die Lage schnell. Die Notverordnung brauchten wir, um für die Sicherheit von Beamten und Bewohnern zu sorgen”, sagte Tams.

47 der 128 Wohnungen in Kasteelbuurt nahm die Polizei gleichzeitig unter die Lupe - jede mit drei Beamten. In sieben war Strom gestohlen worden, in einer davon auch Erdgas.

Sie entdeckten in 19 Wohnungen Plantagen mit Cannabis im Wert von abermals „mehreren hunderttausend Euro”. In drei weiteren war gerade frisch geerntet worden.

Anders als in Deutschland, wo Drogen als Beweismittel aufbewahrt werden, wurden alle Pflanzen umgehend vernichtet. Cannabis zählt in den Niederlanden zu den sogenannten weichen Drogen.

Neu war der Fund von harten Drogen. Tams: „Wir haben erstmals Rohstoffe zur Herstellung von Amphetaminen gefunden.” Und es gab noch mehr: In einer Werkstatt entdeckten die Beamten eine illegale Kneipe.

In den kommenden Tagen rechnet Peter Tams mit weiteren Festnahmen, die nächsten Razzien werden schon vorbereitet.
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