Hasch-Pass: In der Region wohl keine Hamsterkäufe

Von: dpa/udo
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Coffeeshop
Coffeeshops dürfen in Zeeland, Nord-Brabant und Limburg nur noch an Leute verkaufen, die ihren Wohnsitz in den Niederlanden haben. Foto: dpa

Viersen/Aachen. Drogentouristen aus Deutschland sind ab 1. Mai in niederländischen Grenzgebieten nicht mehr willkommen. Die sogenannten Coffeeshops dürfen dann in Zeeland, Nord-Brabant und Limburg nur noch an Leute verkaufen, die ihren Wohnsitz in den Niederlanden haben.

Darauf hat am Montag die Polizei im Kreis Viersen am Niederrhein aufmerksam gemacht. In den übrigen Teilen des Nachbarlandes werde die neue Regelung erst 2013 eingeführt.

Dass es deshalb in der Region zu Hamsterkäufen von Drogentouristen kommt, erwarten Polizei und Zoll in Aachen und Heinsberg nicht. „Wir gehen nicht davon aus, dass vor der Einführung der neuen Regelung die Zahl der Drogen-Käufer sprunghaft steigt. Vielmehr werden sich durch den neuen Wiet-Pass die Verkaufsstellen verlagern”, sagt Elke Willsch vom Hauptzollamt Aachen. Auch der Heinsberger Polizeisprecher Karl-Heinz Frenken sieht nicht, dass sich Deutsche im April noch mit Massen an Hasch eindecken würden. Zumal die Drogen zumeist außerhalb der Coffeeshops verkauft würden, wie Sandra Schmitz von der Aachener Polizei ergänzt.

Daher würden auch die Kontrollen an der deutsch-niederländischen Grenze nicht verschärft, sagten die Behördensprecher auf Anfrage. „Unsere bisher gezeigte Präsenz zeigt bereits Wirkung”, meint etwa Zollsprecherin Willsch mit Blick auf mehr als 170 Kiologramm Drogen, die im Jahr 2011 beschlagnahmt worden seien.

Anders reagiert die Polizei im Kreis Viersen. Da Hamsterkäufe nicht auszuschließen seien, werde die Polizei im Grenzgebiet verstärkt kontrollieren. Dort war es in der vergangenen Monaten immer wieder zu Vorfällen gekommen, die oft sehr unangenehme Folgen für die Anwohner hatten. Die Polizei Viersen berichtete aus Nettetal: „Viele Drogenkonsumenten nutzten die Verbindungswege zwischen dem Bahnhof Kaldenkirchen und den in Grenznähe auf niederländischer Seite befindlichen Coffeeshops, um sich dort mit Cannabisprodukten einzudecken. Einige der Drogentouristen urinierten in Vorgärten, hinterließen Müll, und manchmal kam es auch zu lautstarken oder handgreiflichen Auseinandersetzungen bis hin zu Raubstraftaten.”

Die Coffeeshops werden nach einem Beschluss der Regierung in Den Haag in Mitgliedsvereine umgewandelt. Nur Mitglieder dürfen weiterhin bis zu fünf Gramm Cannabisprodukte kaufen. Die Mitglieder erhalten einen Ausweis, den sogenannten Hanfpass. „Bei der Beantragung eines Mitgliedsausweises muss der Wohnsitz innerhalb der Niederlande mit einem amtlichen Schreiben nachgewiesen werden”, teilte die Polizei Viersen mit.
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