Handelskammern befürchten Dauerstaus auf Autobahn

Von: Reinhard Kowalewsky
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Der neue NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) will nun endlich mit Hochdruck die maroden Brücken sanieren. Foto: dpa
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Sein Vorgänger im Amt, Michael Groschek (SPD), streitet Mitschuld ab. Foto: dpa

Düsseldorf. Ein Horrorszenario des Straßenverkehrs in unserer Region haben am Donnerstag die sieben Industrie- und Handelskammern des Rheinlandes im Landtag beschrieben: Es sei schon jetzt eine Katastrophe, dass halbwegs große Lastwagen die Autobahnbrücke bei Leverkusen schon lange nicht mehr passieren können – das führt zu Staus rund um Köln bis hin zu Düsseldorf und Bonn, es zwingt Unternehmen zu kostspieligen Umwegen, es trifft Zehntausende Pendler.

Nun zeigt die zeitweise Sperrung der A40-Brücke in Duisburg, was auf die Region zusätzlich zukommen könnte: Würde die marode Rheinbrücke Neuenkamp dauerhaft gespert, würden an Werktagen 44.000 Fahrzeuge zusätzlich auf die A42 strömen. Bis zu 28.000 Autos und Motorräder würden die A44 belasten, sagen die Kammern voraus.

Noch schlimmer wäre es, wenn die Leverkusener Brücke wegen ihres schlimmen Zustandes sogar ganz gesperrt werden müsste: Dann würde die A46 im Süden von Düsseldorf täglich mit 34 000 Autos mehr belastet – Dauerstau zwischen sieben Uhr morgens und 9.30 Uhr früh wäre zu erwarten. Und die südliche Autobahnbrücke von Köln sei dann zu 220 Prozent der Kapazität belastet – 84.000 Autos mehr am Tag würden über sie fahren.

Die Beispiele zeigen laut den IHKs, dass die ganze Region ein integriertes Baustellen- und Umleitungsmanagement braucht.

Dabei spielt der Zustand der Rheinbrücken eine wichtige Rolle: Neben den zwei erwähnten Sanierungsfällen in Leverkusen und Duisburg sehen die IHKs bei weiteren acht Rheinbrücken das Risiko drohender Teil- oder Vollsperrungen wegen ihres schlechten Zustandes. Nur vier von zwölf Brücken, die StraßenNRW manage, seien in gutem Zustand. Bei allen anderen seien Probleme zu befürchten. StraßenNRW widerspricht der Diagnose nicht.

Auch der neue NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) sieht den Zwang zu schnellem Handeln. „Der Druck ist groß und wir arbeiten sehr konzentriert“, sagt er auf Anfrage. Die Krise sei Ergebnis, „wenn man die Infrastruktur zu lange vernachlässigt“. Allerdings müsse sich keiner um die Sicherheit Sorgen machen: „Unsere Rheinbrücken werden engmaschig überwacht.“

Nun plane das Land konzentriert: „Bei den Neubauten in Leverkusen und Duisburg werden die neuen Brücken jeweils aus zwei Bauwerken bestehen, von denen jedes alleine den heutigen Verkehr aufnehmen kann. 2020 soll auf der A1 die erste Brückenhälfte fertig sein, 2023 in Neuenkamp. Danach werden die alten Brücken abgerissen und die zweiten Bauwerke errichtet.“

Nicht anders sieht sein Amtsvorgänger Michael Groschek die Lage – jetzt ist er SPD-Chef in NRW. Groschek fordert so wie die IHKs und auch Wüst schnellere Planungsverfahren: „Der Planungsdschungel muss endlich gelichtet werden, damit wir Bagger rollen lassen.“

Er streitet allerdings ab, dass es vorrangig die Zurückhaltung der vergangenen rot-grünen Landesregierung war, die zu den maroden Brücken und Straßen führte: „Nachdem der Süden und der Osten sich viel zu lange das Geld untereinander aufgeteilt haben, haben wir als alte Landesregierung den Geldstrom an Rhein und Ruhr gelenkt. Die neue Landesregierung badet jetzt in der Geldflut, die nicht in der Planungsebbe versiegen darf.“

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