„Große Liebe” als Heiratsschwindler entlarvt

Von: pol-dn
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Düren. Drei Handys in der Jackentasche haben die große Liebe einer Dürenerin als Heiratsschwindler entlarvt.

Nun ermittelt die Polizei gegen den Mann (40) aus der Vulkaneifel und sucht weitere Opfer. Allein ihr Misstrauen bewahrte die Frau in letzter Minute davor, über einen Freund 25.000 Euro Kredit für den „Verlobten” aufzunehmen. Obwohl sie selbst nicht viel Geld hat, habe sie dem Mann mehrere hundert Euro gegeben - immer in Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft.

Der Traum zerbrach, als sie die Handys fand. Aus den Kurzmitteilungen habe sie geschlossen, dass sie nicht die einzige Frau im Leben ihres „Verlobten” sei.

Aus der Internetbekanntschaft wurde im Oktober des vergangenen Jahres laut Polizei schnell eine Liebesbeziehung, bei der ihr ein Mann aus der Vulkaneifel eine gemeinsame Zukunft versprach, wenn er denn erst mal geschieden sei.

Bei seinen regelmäßigen Besuchen in der Dürener Wohnung der Frau und in vielen SMS beteuerte er immer wieder die Ernsthaftigkeit seiner Absichten. Er ließ jedoch immer wieder durchblicken, dass er auch gewisse Probleme habe. So gab er im Januar diesen Jahres plötzlich vor, dass er einen Haftbefehl wegen Steuerschulden anzutreten habe, wenn er nicht 25.000 Euro ans Finanzamt zahle.

Aus Angst, den Verlobten dann nicht mehr sehen zu können, bat die selbst nicht in Wohlstand lebende 40-Jährige schließlich einen guten Bekannten, einen Kredit zu beantragen. Den wahren Grund für den Geldbedarf verschwieg die Frau dabei. Als das Geldunternehmen dann bereits einen Kreditantrag vorbereitet hatte, wollte die 40-Jährige dann doch noch erst den angeblichen Haftbefehl vom Verlobten vorgelegt bekommen. Als das jedoch nicht geschah, bat sie schließlich den ahnungslosen Bekannten, kurz vor der Unterschriftsleistung, von dem Kredit abzusehen.

In den folgenden Monaten wandte sich ihr erhoffter Lebenspartner dann wiederholt mit Geldforderungen an die 40-Jährige, zum Beispiel für ein neues Auto. Dabei erlangte er lediglich mehrere hundert Euro von der Dürenerin, die nach wie vor auf die Ehe hoffte.

Erst Mitte August kam das hinterhältige Doppelspiel des Eifelers heraus, nachdem sie eine Jacke von ihm angezogen hatte und dort gleich drei Mobiltelefone entdeckte. Um seine Spuren zu verwischen entwendete der Tatverdächtige am Ende noch die SIM-Karte aus dem Handy seiner „Verlobten” und verschwand.

Die Polizei konnte trotz des konspirativen Vorgehens inzwischen die richtigen Personalien des „Verlobten” ermitteln. Derzeit scheint festzustehen, dass der 40 Jahre alte Tatverdächtige der Dürenerin lediglich eine Legende präsentierte. So hatte er ihr gegenüber falsche Personalien und einen nicht zu treffenden Wohnort angegeben.

Auch weitere Lebensumstände waren offenbar nur erdichtet. Verschwiegen hatte er unter anderem, dass er seit Jahren mit einer festen Freundin in der Vulkaneifel zusammenlebt.

Gegen den etwa 1,80 Meter großen und dunkelhaarigen Mann, bei dem ein Goldzahn im Oberkiefer markant ist, wurde ein Strafverfahren eingeleitet. Die Polizei interessiert sich jetzt dafür, ob es eventuell weitere Geschädigte gibt, die möglicherweise aus Scham bislang keine Anzeige bei der Polizei erstattet haben.

Hinweise nimmt die Polizei in Düren unter der Rufnummer 02421/ 949-8406 entgegen.
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