Lindern/Aachen - Gleisbauarbeiten: Drei Wochen Geduld gefragt

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Gleisbauarbeiten: Drei Wochen Geduld gefragt

Von: Madeleine Gullert und Georg Schmitz
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Großer Andrang: Bahnreisende, die die Strecke zwischen Aachen und Mönchengladbach, befahren, müssen bis Anfang Oktober auf den Bus umsteigen. zwischen Lindern und Erkelenz verkehrt Schienenersatzverkehr. Foto: Georg Schmitz

Lindern/Aachen. Endstation Geilenkirchen-Lindern heißt es für Bahnfahrer, die in Aachen in den Zug steigen. Um 7.45 Uhr am Montag fährt der Regionalexpress 4 nach Mönchengladbach mit ein wenig Verspätung ein. Dann folgt: Hektik, ein bisschen drängeln, durch die Unterführung rennen, möglichst einen Sitzplatz im Bus ergattern.

Seit Montag erneuert die Deutsche Bahn auf der Strecke zwischen Aachen und Mönchengladbach Gleise und Weichen.

Bis einschließlich 2. Oktober fahren deshalb unter der Woche zwischen Lindern und Erkelenz, beziehungsweise samstags und sonntags zwischen Lindern und Rheydt Ersatzbusse. Betroffen sind der Regionalexpress 4 (Aachen – Mönchengladbach – Dortmund) sowie die Regionalbahn 33 (Aachen – Mönchengladbach – Wesel). Beim IC, der zwischen Berlin und Mönchengladbach fährt, entfallen die Haltestellen in Herzogenrath und Geilenkirchen in dieser Zeit komplett.

Was die Sperrung für Bahnreisende, insbesondere Pendler, bedeutet: Ein längerer Weg zur Arbeit oder zur Schule, dementsprechend früher aufstehen und mehr Stress. Die Fahrten verlängern sich um maximal bis zu einer Stunde. Die Busfahrt von Lindern nach Erkelenz dauert 30 Minuten, die Zugfahrt hingegen nur zehn, erklärt Dirk Pohlmann, Sprecher der Deutschen Bahn in Nordrhein-Westfalen.

Die Busfahrt von Lindern nach Rheydt dauert 60 Minuten, also 40 Minuten länger als die Zugfahrt. Wer beispielsweise um 6.37 Uhr am Aachener Hauptbahnhof startet, kommt während der Bauarbeiten um 8.08 Uhr in Mönchengladbach an, normalerweise wären Zugreisende um 7.28 Uhr da.

In Lindern wartet am Montag vor dem Bahnhof bereits ein Gelenkbus mit der Aufschrift „Schienenersatzverkehr“ auf die vom Zug herbeieilenden Menschen. Der Bus bringt sie dann über die Bahnhöfe Brachelen und Baal nach Erkelenz. Laut Pohlmann haben die Reisenden stets etwa acht Minuten Zeit, um vom Zug in den Bus zu steigen – und umgekehrt. Bei der Orientierung helfen überall Bahn-Mitarbeiter wie Josef Stäbe. Er steht in seiner leuchtend roten Weste für Auskünfte zu Bussen und Bahnen vor dem Bahnhof bereit und weist bei Bedarf den Weg zum richtigen Bus nach Erkelenz, damit der Fahrgast nicht versehentlich in einen ebenfalls am Bahnhof abfahrenden Linienbus nach Heinsberg oder Geilenkirchen einsteigt.

Pünktlich zu den Herbstferien sollen die Bauarbeiten beendet sein. Im Bahnhof Baal werden fünf Weichen erneuert sowie das Gleis 2 auf einem Kilometer, zwischen Baal und Lindern werden auf drei Kilometern die Gleise erneuert, sagt Pohlmann. „Die sind nach 25 bis 30 Jahren abgefahren. Das ist Routine.“ Die Kosten belaufen sich auf zwei Millionen Euro. Alle Züge nutzen während der Bauarbeiten lediglich ein Gleis, der Güterverkehr wird komplett umgeleitet.

Jennifer Schmitz und Veronika Hahn erzählen, dass sie sich gut auf die Sperrungen vorbereitet haben, während sie auf den Schienenersatzverkehr nach Erkelenz warten. Die beiden jungen Frauen aus Waldfeucht-Haaren wussten im Vorfeld über die Gleisbaumaßnahme Bescheid. Damit sie in den kommenden Wochen nicht noch früher als 5 Uhr morgens aufstehen müssen, „haben wir mit den Lehrern abgeklärt, dass wir später kommen dürfen“, sagt Schmitz. Sie und Hahn besuchen das Berufskolleg in Mönchengladbach.

Probleme mit den Kapazitäten der Busse gab es lediglich, als aufgrund einer Verspätung beide Züge gleichzeitig in Lindern ankamen. „In diesem Fall war nicht für alle Reisenden Platz im Bus“, sagt Pohlmann. Bis auf diesen Engpass sei der Montag reibungslos verlaufen, dennoch zeigten sich einige Fahrgäste angesichts der langen Fahrzeiten verärgert.

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