Städteregion/Stolberg/Roetgen - Giftige Ahornsamen: Erneut zwei Pferde gestorben

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Giftige Ahornsamen: Erneut zwei Pferde gestorben

Von: red
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Grüne Gefahr: Die Samen des Bergahorns (Bild) lösen bei Pferden und Eseln eine tödliche Muskelerkrankung aus. Foto: dpa

Städteregion/Stolberg/Roetgen. Erneut sind in der Region Pferde am giftigen Samen des Bergahorns gestorben. Nachdem Anfang November bereits mehrere Dutzend Fälle in der belgischen Provinz Lüttich und an einem Gestüt in Hürtgenwald im Kreis Düren bekannt wurden, kamen jetzt zwei Tiere aus Stolberg und Roetgen durch das Gift ums Leben.

Durch die Samen wird eine schwere Muskelerkrankung namens Weidemyopathie ausgelöst. EineVergiftung beginnt meist mit Schwitzen, Koordinationsstörungen, Kolikenund Muskelzittern. Die Muskeln können sich zurückbilden; es kann zu schmerzhaften Verhärtungen kommen. Gefährdet sind besonders Tiere, die ganzjährig auf der Weide leben. Die betroffenen Tiere haben oft Schwierigkeiten beim Kauen und Schlucken.

Tierarzt Dr. Johannes Hörmeyer vom Amt für Veterinärwesen und Verbraucherschutz der Städteregion rät allen Pferdebesitzern, sämtliche Bäume auf ihren Weiden und im Umkreis daraufhin zu untersuchen, ob es sich um eine Ahornart handelt.

Außerdem empfiehlt der Veterinärmediziner, zusätzliches Heu zu füttern. „Eine gut gefüllte Heuraufe kann oft verhindern, dass die Pferde auf der abgefressenen Weide nach letzten Halmen suchen und dadurch das Giftaufnehmen“, erklärt Hörmeyer.

Die Gefahr ist im Herbst besonders hoch, weil dann die verwelkten Samen zu Boden fallen. „Schon eine Menge von 150 bis 200 Samen kann zum Tod eines Pferdes führen“, warnt der Tierarzt.

„In Europa sind 82 Fälle bekannt“, zitieren belgische Medien zu der Pferdeerkrankung die Lütticher Wissenschaftlerin Dominique Votion. Das am stärksten betroffene Land sei Belgien. Dort sind 46 Fälle bekannt, gefolgt von den Niederlanden mit 14, Frankreich mit zwölf, Deutschland mit nunmehr acht und Großbritannien mit vier Fällen.

Die tolerierbare Dosis an Ahornsamen für ein Pferd wird auf minimal 26 und maximal 373 Milligramm pro Kilogramm und Tag geschätzt. Dafür reicht eine Aufnahme von 165 Samen. Ein Baum trägt allerdings leicht die Menge von  500.000 Samen.

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