Region Aachen - Gewitter zerstört 50 Meter Autobahn - Fünf Zentimeter Regen in Monschau

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Gewitter zerstört 50 Meter Autobahn - Fünf Zentimeter Regen in Monschau

Von: dpa/sim
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Region Aachen. Ein heftiges Gewitter hat am Samstag in Teilen Nordrhein-Westfalens für Überschwemmungen, vollgelaufene Keller und unterspülte Straßen gesorgt. Auf der Autobahn 4 Aachen-Köln wurde an einer Baustelle bei Eschweiler-Weisweiler durch die Regenmassen die Fahrbahndecke angehoben und auf einer Länge von rund 50 Metern zerstört.

Von Samstag, 18:46 Uhr, an musste die Autobahn bis zum Sonntagnachmittag gesperrt werden, berichtete Michael Vermeeren vom Wachdienst der Autobahnpolizei Eschweiler unserer Zeitung auf Anfrage. Der Asphalt habe zweispurig in Fahrtrichtung Aachen komplett erneuert werden müssen, berichtete Vermeeren.

Die lange Sperrung sei auch deshalb nötig gewesen, weil die neue Teerdecke wegen des heißen Wetters nur sehr langsam den für die normale Verkehrsbelastung nötigen Härtegrad erreicht habe, hieß es bei der Autobahnpolizei.

Während ein Sprecher der Feuerwehr in Aachen das Wettergeschehen mit den Worten zusammenfasste: „Wir sind dran vorbeigekommen”, hatten seine Kollegen vor allem im Südkreis ordentlich zu tun.

In der Stadt Monschau fielen nach Angaben des Wetterdienstes innerhalb einer Stunde 51 Liter Regen pro Quadratmeter. Überdies kam es zu einem Stromausfall in der Stadt.

Vor allem in Kalterherberg fand am Samstag der „Weltuntergang” statt, wo sich eine Gewitterzelle mit den üblichen Begleiterscheinungen schwerpunktmäßig entlud. Ein Feuerwehrmann und ein Zivilist wurden an einer Einsatzstelle verletzt, als der Regen auf dort gelagerten Kalk traf und sich mit diesem zu einer ätzenden Lauge verband.

Insgesamt wurde alleine in Monschau die Wehr nach Auskunft ihres Leiters Falk Claßen zwischen 16 und 19 Uhr zu mehr als 40 Einsätzen gerufen. Meistens ging es um vollgelaufene Keller, wie schon öfter in diesem Jahr.

Die Verlagerung ihres Tätigkeitsschwerpunktes stellen nicht nur die Wehrleute in Monschau fest. Falk Claßen:„Wir hatten in der ersten Jahreshälfte mehr Einsatze durch Sturm und Regen als zur Brandbekämpfung.”

In Simmerath zählte Gemeindebrandinspektor Gerd Hüpgen 49 unwetterbedingte Einsätze. Dazu wurde in der Lammersdorfer THW-Unterkunft ein Führungsstab gebildet, der die Einsätze der 125 ehrenamtlichen Wehrleute sowie 27 THW-Helfer koordinierte. Stellenweise wurden zur Gefahrenabwehr Sandsäcke eigesetzt.

Zur Bewältigung der Einsätze wurde das Personal der Kreisleitstelle in Simmerath rechtzeitig verdoppelt und somit weitere Notrufabfrageplätze besetzt. Zudem machten sich dort Amtsleiterin Marlis Cremer und Kreisbrandmeister Walter Scholl ein Bild von der kreisweiten Unwetterlage.

Auch in Stolberg vermeldete die Wehr ?Land unter?. Insgesamt wurden hier 21 Unwettereinsätze von der Hauptwache und den freiwilligen Löschgruppen bewältigt. Zumeist waren auch hier Keller voller Wasser gelaufen.

Stark betroffen war auch das Eschweiler Stadtgebiet. In mehr als 50 Fällen müsste die Wehr laut Wachleiter Axel Johnen ausrücken und löste Vollalarm für die gesamte Wehr aus. Gleich drei Mal schlug der Blitz ein, dabei wurde ein Baum in Brand gesetzt.

Mit dem Schrecken davon kamen die Bewohner eines Hauses in Hastenrath, als dort der Blitz in den Dachstuhl traf und dieser Feuer fing. Ein Übergreifen der Flammen konnte durch das unsichtige Eingreifen der Wehr verhindert werden.

Erdmassen versperrten die Straßen wie beispielsweise die Landstrasse Richtung Langerwehe. Teilweise drangen die Schlammmassen auch in Häuser ein. Zur Sicherung wurden nahezu alle bevorrateten Sandsäcke eingesetzt.

Ein weiterer Einsatzschwerpunkt war an der Autobahn (A4) im Bereich Weisweiler zu bewältigen. Dort hob sich die Fahrbahndecke im Baustellenbereich an. Die Autobahn in Fahrrichtung Aachen blieb auch am späten Abend noch gesperrt. Außerdem drohte in diesem Bereich eine Brücke einzustürzen. Nach Überprüfung gaben die Experten jedoch Entwarnung. Auch in Eschweiler wurden die Wehrleute von Kräften des THW unterstützt.

Der Nordkreis blieb von dem Unwetter nahezu verschont. Lediglich die Würselener Wehr musste einen umgestürzten Baum von einer Fahrbahn entfernen.

In Inden im Kreis Düren schlug der Blitz ins Dach eines Einfamilienhauses ein. Dieser verursachte einen Kurzschluss an einem im Keller stehenden Herd. Das Ceranfeld des Herdes wurde so stark erwärmt, dass Gegenstände, die dort abgestellt waren, verkokelten.

Der Sohn der Familie, der sich zu diesem Zeitpunkt alleine im Haus befand, bemerkte eine Rauchentwicklung und verständigte die Polizei. Im Dach entstand eine Beschädigung in der Größe von 60x60 cm. Da der Sohn des Hauses gelernter Dachdecker ist, konnte der Schaden am Dach unmittelbar repariert werden.

In Dortmund waren alle Kräfte der Berufsfeuerwehr und der freiwilligen Feuerwehr im Einsatz. Rund 400 Notrufe gingen dort bei der Leitstelle ein. Betroffen waren vor allem der Westen und der Südwest der Ruhrgebietsstadt. Einige Straßen mussten gesperrt werden. „Da ist sehr viel Druck im Kessel”, sagte ein Feuerwehrsprecher.

Nach Angaben des Wetterdienstes meteomedia fielen an einer Messstation in Dortmund in nur drei Stunden 178 Liter Regen pro Quadratmeter. „Das ist in etwa das Doppelte des langjährigen Mittels für den gesamten Monat Juli”, berichtete Nils Dick von der Unwetterzentrale. Auch an anderen Orten seien enorme Regenmengen heruntergekommen. In Schmallenberg im Sauerland wurden etliche Zelte eines Zeltlagers vom Wind umgedrückt.

Im Kreis Mettmann wurde die Feuerwehr allein in Velbert zu rund 200 Einsätzen gerufen, aus dem gesamten Kreisgebiet gingen etwa 300 Notrufe in der Leitstelle ein. „Das Gewitter war kurz aber heftig”, sagte ein Sprecher.

In Wuppertal musste die Polizei eine überflutete Hauptverkehrskreuzung sperren. Eine weitere Straße war unpassierbar, weil die Wassermassen sie unterspült hatten. Mehrer Blitzeinschläge hatten keine größeren Schäden zur Folge. Auch in Aachen liefen zahlreiche Keller voll, hochgedrückte Gullydeckel machten der Feuerwehr viel Arbeit.

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