Geständnis von Meys: Verfahren eingestellt

Von: dpa
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Bonn. Nach einem unerwarteten Geständnis des früheren Geschäftsführers der Rhein-Sieg-Abfallwirtschaftsgesellschaft (RSAG), Karl-Heinz Meys, ist das Untreue-Verfahren gegen ihn am Montag eingestellt worden.

Immerhin sei der 69-Jährige Müllmanager bereits in einem Korruptionsverfahren 2004 wegen schwerer Bestechlichkeit und Steuerhinterziehung zu sechs Jahren Haft verurteilt worden, urteilten die Richter des Bonner Landgerichts. Meys sitzt die Haftstrafe derzeit im offenen Vollzug ab.

Meys brach am Montag erstmalig sein Schweigen und gab zu, mit einem Bauunternehmer aus dem Rhein-Sieg-Kreis Verträge manipuliert und damit Gelder der RSAG veruntreut zu haben. Bei den Vorwürfen ging es um die Entsorgung von Bauschutt beim Bau der ICE-Trasse. Der Schaden zu Lasten der RSAG wurde von der Staatsanwaltschaft mit 800.000 Euro angegeben. Darüber hinaus räumte Meys erstmalig ein, 600.000 Mark von Müllmulti Hellmuth Trienekens für „Information und Vermittlertätigkeit” in bar bekommen zu haben. Der Betrag war auf Meys Schwarzgeldkonto in der Schweiz gefunden worden.

Das Verfahren gegen den 65-jährigen Bauunternehmer wurde wegen geringer Schuld ebenfalls eingestellt. Entweder müssen er und seine Firma der RSAG - wenn sie damit einverstanden ist - eine Entschädigung über 250.000 Euro zahlen. Falls die RSAG jedoch ablehnt - und den Zivilstreit vor dem Arbeitsgericht Siegburg (Forderung: 800.000 Euro) fortsetzen will, muss der 65-Jährige 20.000 Euro zahlen. Zwei weitere Mitangeklagte, die ebenfalls Geständnisse abgelegt haben, müssen jeweils 5000 Euro zahlen.

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