Aachen - Geschichte ohne Grenzen: Auf den Spuren der Euregio

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Geschichte ohne Grenzen: Auf den Spuren der Euregio

Von: Madeleine Gullert
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Karen Jeneson aus Heerlen: Das ist die Lanzenspitze eines Benefiziariers, eines römischen Militärs. Foto: Andreas Steindl
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Wim Dijkman aus Maastricht: Der Stierkopf war Teil eines alten Kultgefäßes. Foto: Andreas Steindl
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Andreas Schaub aus Aachen: Die Schlange an der Skulptur steht für die heilende Wirkung der Quellen. Foto: Andreas Steindl
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Marcell Perse aus Jülich: „Diese Vase aus dem 1. Jahrhundert wurde am am Marktplatz gefunden.“ Foto: Andreas Steindl

Aachen. Wie alt bist du? Eine der leichtesten Fragen, sollte man meinen. Doch welche Stadt gab es zuerst: Aachen, Jülich, Heerlen oder Maastricht? Die Antwort möchten Archäologen, Historiker und Museumsleute aus den vier Städten in der Ausstellung „Fahndung nach Augustus – Die Wurzeln der Euregio“ geben.

Eröffnet wird sie am 14. November im „Centre Charlemagne – Neues Stadtmuseum Aachen“, im kommenden Jahr wird sie dann in den anderen drei Städten zu sehen sein.

Seit zwei Jahren arbeitet die sogenannte Vicusgruppe daran, die ehemaligen römischen vici, also kleinstädtische Siedlungen, zu untersuchen, aus denen die Städte Aachen, Jülich, Maastricht und Heerlen entstanden sind. Die Forschung soll dabei über Stadt- und Landesgrenzen hinaus gehen und die Euregio ergründen. „Geschichte hat keine Grenzen“, sagte der Aachener Stadtarchäologe Andreas Schaub am Dienstag bei einer Pressekonferenz. Die Geschichte der großen römischen Stadt Köln sei sehr gut erforscht und bekannt, aber für die vier teilnehmenden Städte sei das noch nicht der Fall, sagte Karen Jeneson, Leiterin des Thermenmuseums in Heerlen. Die Forscher wollen nun beweisen, dass es ihre Städte auch schon zu Zeiten Augustuse_SSLq gab.

Der römische Kaiser, der vor 2000 Jahren starb, profitierte zwar von Caesars Eroberungen in der Region, er aber urbanisierte die Gegend. „Plötzlich entstanden überall Städte“, sagte Jeneson. Zwischen 16 und 13 vor Christus sei Augustus in jedem Fall in Xanten gewesen, vielleicht auch in der Region, sagen die Forscher. „Für uns ist Augustus wie ein guter Bekannter, das wollen wir den Ausstellungsbesuchern vermitteln.“

Die beteiligten Institutionen – die RWTH Aachen, Stadtarchäologen der Städte Aachen und Maas-tricht, das Thermenmuseum in Heerlen, das Centre Céramique in Maastricht und die Zitadelle Jülich – stellen nun ihre Archive auf den Kopf, um „Beweismaterial“ zu finden, erklärt Marcell Perse, Museumsleiter in Jülich. „Jede Stadt schreibt sich ein Gründungsjahr ins Stadtbuch, aber das tatsächliche Alter kennen wir selten.“ Exemplarisch präsentiert jede Stadt schon einmal ein Ausstellungsstück, das das hohe Alter zeigen soll. Perse zeigt beispielsweise eine Keramikvase aus dem ersten Jahrhundert, Schaub ein steinernes Fragment, das einen Baumstamm darstellt, um den sich eine Schlange windet. „Es ist ein Symbol für Aachens Geschichte, weil man die Heilwirkung der Thermalquellen schön dargestellt sieht. Besonders stolz aber ist er auf eine sehr alte römische Weinamphore, denn schließlich will sich jeder der beteiligten Stadtvertreter im November als Vertreter der ältesten Stadt präsentieren.

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