Aachen - Fünf Jahre und zehn Monate Haft für „Zentis-Erpresser”

Fünf Jahre und zehn Monate Haft für „Zentis-Erpresser”

Von: ddp
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Zentis-Erpresser
Der Erpresser von Zentis (links) hatte zum Prozessauftakt vor dem Aachener Landgericht gestanden, den Süßwarenhersteller mit vergifteten Marmeladen erpresst zu haben. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Knast statt süßes Leben: Der Erpresser des Marmeladen-Produzenten Zentis muss fünf Jahre und zehn Monate in Haft. Der Mann hatte mit vergifteter Marmelade gedroht.

Das Gericht verurteilte den 27-Jährigen unter anderem wegen schwerer räuberischer Erpressung. Mit der Beute wollte der gescheiterte Student ohne Einkommen seinen luxuriösen Lebensstil sichern. In einem Erpresserbrief hatte er 500.000 Euro verlangt, ansonsten werde er vergiftete Marmelade in den Handel bringen. Seine Drohung unterstrich er mit drei vergifteten Marmeladen in einem Päckchen. Die Marmelade habe er mit einer K.O.-Tropfen-ähnlichen, gefährlichen Substanz versetzt, stellten die Richter am Aachener Landgericht am Dienstag fest.

Der wortgewandte „ordentlich” wirkende junge Mann nahm das Urteil mit betretener Mine entgegen. Der 27-Jährige habe mit hoher krimineller Energie gehandelt, befand das Gericht. Die Erpressung sei eine „schwergewichtige Tat”. Weinend fiel die Mutter ihrem Sohn nach dem Urteil in die Arme.

Der Mann aus gutbürgerlichem Haus war in chronischer Geldnot, seitdem er mit seiner Freundin das Leben in der Düsseldorfer Schickeria genossen hatte. Im Januar „kam ihm die Idee”, die Firma Zentis zu erpressen”, sagte der Vorsitzende Richter Wolfgang Diewald. In einem Brief habe er 500.000 Euro von dem Unternehmen gefordert, ansonsten werde er vergiftete Marmelade in den Handel bringen.

Zur Bekräftigung seiner Forderung schickte er ein Päckchen mit Marmelade, mit einer K.O.-Tropfen-ähnlichen Substanz. „Die Substanz war sehr wohl gefährlich. In reiner Form sind es K.O-Tropfen.” Die Substanz hätten eine stark narkotisierende Wirkung. Wäre präparierte Marmelade in den Handel gekommen, wären „allen Möglichkeiten Tür und Tor geöffnet, was passieren kann”, sagte der Richter.

Zentis und die Polizei setzten die große Maschinerie in Gang, weil sie die Drohung ernst nahmen. Sie überwiesen 500 Euro auf ein unter falschem Namen eröffnetes Konto des Erpressers, später weitere 4500 Euro. Es dauerte nicht mal zwei Wochen, bis sie dem Erpresser auf die Spur kamen durch einen Fingerabdruck in einem Betrugsfall. Vor der Erpressung hatte der veramte Studienabbrecher reihenweise Kontos unter falschen Namen eröffnet und überzogen. Dafür verurteilte ihn das Landgericht wegen gewerbsmäßigen Betrugs in zwölf Fällen.
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