Freundin vor Jobcenter erstochen: Zwölf Jahre Haft

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:
ramazan urteil jobcenter mord
Zwölf Jahre Haft: So lautet das Urteil gegen den Alsdorfer Ramazan A., der im Mai seine Freundin vor den Augen ihres kleinen Sohnes erstochen hatte. Foto: Ralf Roeger

Aachen/Alsdorf. Nachträgliches Entsetzen sprach aus den Worten des Vorsitzenden des Aachener Schwurgerichts, als er die Urteilsbegründung verlas. Zuvor hatte Richter Arno Bormann den Angeklagten Ramazan A. (40) aus Alsdorf wegen Totschlags an seiner Lebensgefährtin und vierfachen Mutter zu zwölf Jahren Haft wegen Totschlags verurteilt.

Dann begann er, die brutalen Einzelheiten des Familiendramas zu schildern, das sich am Vormittag des 8. Mai 2013 auf dem Parkplatz des Alsdorfer Jobcenters ereignet hatte. „Was gibt es Schlimmeres für einen elfjährigen Jungen als zu sehen, wie die Mutter vor seinen Augen abgeschlachtet wird“, sagte Bormann.

Für den Richter ist der Junge, der sich bei dem Angriff des Lebensgefährten und Vater zweier Halbgeschwister schützend vor seine Mutter stellte, ein zweites, für lange Zeit traumatisiertes Tatopfer.

Nur durch heftige Drohungen mit dem Tatmesser hatte A. den Jungen dazu bewegen können, von der Seite der Mutter zu weichen, so dass er dann ungehindert zustechen konnte. Dabei traf er die schon halb auf dem Boden liegende Frau mehrfach in die Brust, „mit brutaler Wucht“, wie das Gericht feststellte. So heftig, dass die Angegriffene in kürzester Zeit verblutete, obwohl sie noch eigenhändig die Polizei hatte alarmieren können.

Vier Jahre lang seien der Angeklagte und die Getötete ein Paar gewesen, zwei Kinder seien geboren worden. Dann habe es im Frühjahr dieses Jahres nur noch Streit gegeben, oft um die Erziehung des Elfjährigen. Die Beziehung habe sich so zerrüttet, dass die Mutter ein gerichtliches Annäherungsverbot gegen den Mann durchsetzte, der noch Vater zweier weiterer Kinder ist.

Dies habe der mehrfach zumeist wegen Gewaltdelikten vorbestrafte Ramazan A. nicht akzeptieren wollen und immer wieder dagegen verstoßen.

Als ihm und seiner Familie verboten worden sei, beim Geburtstag eines seiner Kinder anwesend zu sein, habe er den Tod seiner Lebensgefährtin geplant. Auf seiner Fahrt mit dem Motoroller zum Tatort habe er bereits das Küchenmesser bei sich geführt.

Leserkommentare

Leserkommentare (8)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert