Aachen - Frauenleiche an der A44: Ein Flüchtlingsdrama?

Frauenleiche an der A44: Ein Flüchtlingsdrama?

Von: Marlon Gego
Letzte Aktualisierung:
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Die Frauenleiche an der A 44 stellt die Ermittler weiter vor Rätsel. Foto: Ralf Roeger
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Die Frauenleiche an der A 44 stellt die Ermittler weiter vor Rätsel. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Die Leiche der Frau, die Bauarbeiter am Donnerstag in einem Gebüsch an der Autobahn 44 nahe der Abfahrt Aachen-Brand gefunden hatten, stellt die Ermittler vor Rätsel. Steckt hinter dem schrecklichen Fund ein Flüchtlingsdrama?

Die Aachener Staatsanwaltschaft teilte am Montag auf Anfrage unserer Zeitung mit, es gebe seit Freitag kaum neuen Erkenntnisse. Weder gebe es Hinweise auf die Identität der Frau noch auf die Todesursache. Anzeichen für einen gewaltsamen Tod gab es nicht.

Die Obduktion hatte ergeben, dass die Frau zwischen 20 und 30 Jahre alt und afrikanischer Abstammung war. Ob die Staatsanwaltschaft in Betracht zieht, dass die Frau während der illegalen Einreise gestorben sein könnte, wollte Sprecher Jost Schützeberg am Montag nicht kommentieren.

Nach Informationen unserer Zeitung hatte die Bundespolizei zuletzt Hinweise von Anwohnern darauf erhalten, dass Schleuser wiederholt afrikanische Flüchtlinge auf dem Weg nach Deutschland vor der belgischen Grenze abgesetzt haben könnten. Um die Kontrollen am Grenzübergang Aachen-Lichtenbusch zu umgehen, sollen sie Flüchtlinge zu Fuß über die Grenze geschickt und sie zwischen den A-44-Abfahrten Lichtenbusch und Brand wieder abgeholt haben. Die Bundespolizei wollte dies am Montag mit Verweis auf das Ermittlungsverfahren weder bestätigen noch dementieren.

Dass „die hagere Frau“, wie die Staatsanwaltschaft sie beschreibt, verhungert sein könnte, war durch die Obduktion nicht bestätigt worden. Die Reisen der Flüchtlinge sind aber oft derart kräftezehrend, dass manche von ihnen ihr Ziel nicht erreichen, sondern vorher an Entkräftung oder einer Krankheit sterben, wie die Bundespolizei verschiedentlich berichtet hatte.

Die Staatsanwaltschaft wollte sich nicht näher zu den Ermittlungen äußern. In zwei bis drei Wochen erwartet sie das toxikologische Gutachten der Kölner Rechtsmedizin, das Aufschluss über die Todesursache der Frau geben könnte. Bis dahin, sagte Schützeberg, „ermitteln wir in alle Richtungen“.

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