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Frauenärzte protestieren gegen Honorarsystem

Von: zva
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Frauenärzte
Demo auf dem Aachener Markt: Frauenärzte protestieren gegen das neue Honorarsystem. Foto: Schmitter

Aachen. Rund 100 Frauenärzte aus der Region haben am Samstagmittag auf dem Aachener Marktplatz gegen das neue Honorarsystem für Kassenärzte protestiert.

Hintergrund des Protests ist die Befürchtung der Ärzte, dass ihre Einnahmen stark sinken könnten: Aus Sicht der Gynäkologen hat das seit Januar geltende Abrechnungsmodell den Ärzten nicht nur jegliche betriebswirtschaftliche Planungssicherheit entzogen, sondern lässt sie auch finanziell deutlich schlechter dastehen. Konkrete Zahlen für das erste Quartal 2009 gibt es allerdings noch nicht.

Die Frauenärzte sind nicht die ersten, die gegen die Honorarreform protestieren. Fachärzte aus Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg und Bayern ließen bereits ihren Praxen geschlossen. „Schwer nachvollziehbar”, findet Dirk Ruiss, Sprecher der Landesvertretung Nordrhein-Westfalen des Verbands der Ersatzkassen (VDEK), diese Reaktionen.

Im Vergleich zu 2007 bekämen die Ärzte 2009 auf das gesamte Bundesgebiet verteilt 2,7 Milliarden Euro mehr. Laut Statistischem Bundesamt verdienten Ärzte in Deutschland bisher im Durchschnitt 126.000 Euro, zehn Prozent mehr bekämen sie nach der Reform, sagt Ruiss. Welche Bundesländer und Fachärzte letztlich wieviel erhalten, das sei Aufgabe der Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) und auch der Knackpunkt des Streits.

Ein Ziel der Reform ist eine Angleichung der Honorare in West und Ost. So erhält der Spitzenreiter Thüringen ein Plus von über 24 Prozent, dem Gebiet Nordrhein wurden im Vergleich zu 2007 6,5 Prozent mehr zugeteilt. Da aber die Honorare 2008 bereits gestiegen sind, bleibt unter dem Strich nur ein Plus von 0,6 Prozent.

Der Streit entzündet sich vor allem am Pauschalbetrag, den Ärzte für die Behandlung eines kranken Patienten für ein Quartal bekommen, dem Regelleistungsvolumen (RLV). 15,96 Euro bekommen Gynäkologen im Gebiet Nordrhein. Egal, wie oft der Patient in den drei Monaten in der Praxis erscheint.

Ein Ultraschall oder ein Abstrich sind in dem Betrag enthalten, Extraleistungen wie Vorsorge, ambulante Operationen oder Notdienste werden separat bezahlt. Die Beträge werden seit Januar in Euro und nicht mehr in Punkten ausgewiesen. So sehen die Ärzte zum ersten Mal, wie viel die Leistungen tatsächlich wert sind.
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