Bonn/Siegburg - Foltermörder erneut zu 15 Jahren Haft verurteilt

AN App

Foltermörder erneut zu 15 Jahren Haft verurteilt

Von: dpa
Letzte Aktualisierung:
siegburg_bu
Horror hinter Gitter und Stacheldraht: Nach dem Foltertod von Siegburg hat das NRW-Justizministerium eine Gesetzesnovelle auf den Weg gebracht, nach der Jugendliche Straftäter einen Rechtsanspruch auf eine Einzelzelle haben. Foto: dpa

Bonn/Siegburg. Elf Stunden lang misshandelten und vergewaltigten sie einen Mithäftling und erhängten ihn schließlich an einer Toilettentür.

Im neu aufgerollten Prozess um den Foltermord in der Haftanstalt Siegburg ist der Haupttäter am Freitag erneut zu 15 Jahren Haft verurteilt worden. Zudem ordnete das Gericht für den heute 21-Jährigen die Prüfung einer Sicherungsverwahrung nach Ende der Haftzeit an. Er gilt als Initiator der Gräueltat, die er mit zwei anderen Häftlingen verübte.

Im ersten Verfahren im Oktober 2007 hatte ihn das Gericht ebenfalls zu 15 Jahren Haft verurteilt, auf die Anordnung einer anschließenden Sicherungsverwahrung aber verzichtet. Der Bundesgerichtshof (BGH) hatte das Urteil auf Antrag der Anklagebehörde aufgehoben. Der Staatsanwalt hatte eine lebenslange Haftstrafe sowie Sicherungsverwahrung beantragt.

Das Bonner Gericht hatte im ersten Verfahren den 21-Jährigen und seine beiden Mitangeklagten für schuldig befunden, im November 2006 einen 20 Jahre alten Mithäftling über elf Stunden in der gemeinsamen Zelle gefoltert und schließlich - um einen Selbstmord vorzutäuschen - an einer Toilettentür erhängt zu haben. Die beiden anderen Täter waren zu 14 Jahren Haft beziehungsweise zehn Jahren Jugendstrafe verurteilt worden.

Die Homepage wurde aktualisiert