Düsseldorf - Förster verabschieden sich von grüner Uniform

Förster verabschieden sich von grüner Uniform

Von: Bettina Grönewald, dpa
Letzte Aktualisierung:
Neue Dienstkleidung für Förster
Försterin Diana Göke (l) und Förster Burkhard Bunse posieren am Dienstag (05.01.2010) in Düsseldorf in ihrer neuen Funktionskleidung. Rund 300 Försterinnen und -förster und die Belegschaften der Regionalforstämter, alle Mitarbeiter der Waldinformationszentren und die Forstleute der Obersten Forstbehörde im Umweltministerium erhalten in NRW neue Dienstkleidung. Foto: dpa

Düsseldorf. Fernseh-Förster Hardy Krüger junior hat sie schon: Moderne lässige Klamotten für die Arbeit im Wald. Jetzt „rüsten” die rund 600 amtlichen Förster in Nordrhein-Westfalen nach. NRW-Umweltminister Eckhard Uhlenberg (CDU) stellte am Dienstag in Düsseldorf die neue moderne Dienstkleidung vor.

Nach über 70 Jahren habe die noch zu Zeiten des Nationalsozialismus eingeführte, sehr amtlich aussehende Montur ausgedient, unterstrich er. Die neue, an amerikanische Ranger erinnernde Dienst-Garderobe sei keine Uniform mehr, sondern moderne Funktionskleidung.

Alle Hierarchie-Abzeichen über Dienst- und Beamtenrang fallen weg. Dies entspreche der neuen Philosophie einer modernen bürgernahen Forstverwaltung, so Uhlenberg. Die Trends: Bequeme Cargohosen und wasserdichte, atmungsaktive Vliesjacken statt schwerer Uniform mit steifen Schulterklappen, altmodischem Reverskragen und üppigen Rang-Dekorationen auf der Brust.

„Das entspricht dem Abbau von Führungshierarchien”, freut sich der Chef des Landesbetriebs Wald und Holz NRW, Frank-Dietmar Richter. Er koordiniert die Arbeit der Förster in den 300 Revieren des Landes. „Vor zehn bis 20 Jahren hätte er hier voller Lametta gestanden”, witzelte Uhlenberg über seinen höchsten Forstbeamten. Der ist vor allem erleichtert, dass seine Leute endlich die zu NS-Zeiten entworfene Uniform an den Nagel hängen können. „Ich bin froh, dass wir uns davon abwenden können.”

Doch nicht alles ändert sich. Anders als die Polizei, die komplett von Grün auf Blau umgestellt hat, verabschieden sich die Förster nicht ganz von ihrer traditionellen Farbe. Allerdings pirschen sie künftig nicht mehr in Waldgrün, sondern in der gedeckteren Nuance „Nachtfichte” kombiniert mit Blau-Schwarz durch den Forst.

Zehn Bundesländer haben ihre Förster bereits vor NRW modisch runderneuert. Uhlenberg hofft, dass auch die kommunalen und privaten Forstverwaltungen die neue Kollektion übernehmen werden. Dabei leisten sich die Länder nur kleine Eigenheiten: Während das schwarz- gelb regierte NRW durchaus einen roten Deko-Bruststreifen auf der Jacke toleriert, ist dieser Schmuck in Bayern natürlich weiß-blau.

Vor allem die 50 Försterinnen des Landesbetriebs dürften froh sein, die steifen dunkelgrünen Krawatten und die an Jäger aus Grimms Märchen erinnernden Hüte ablegen zu dürfen. Die schicken neuen Hüte aus Kaninchenfilz umweht ein Hauch von Abenteuer und Safari. Geblieben sind lediglich die Landeswappen an Jacken und Kopfbedeckung.

Die hoheitlichen Abzeichen des Landes müssen auch fachgerecht entsorgt werden, bevor die alten Uniformen in der Altkleidersammlung landen. „Ich werde meine Uniform aber aufheben, denn ich war ganz stolz als ich sie vor sieben Jahren erstmals anlegen durfte”, erzählte der Revierleiter im Bergischen Land, Burkhard Bunse (32) aus Rösrath. Die Erstausstattung für alle Förster des Landes kostet 475 000 Euro. Davon zahlen sie in den nächsten Jahren aus eigener Tasche die Hälfte ab.

Heinz-Peter Hochhäuser, Chef im Forstamt Münsterland, fällt der Abschied von seiner Gardeuniform leicht. „Zwar war man immer gut angezogen, aber die Jacke musste immer geschlossen getragen werden und war im Sommer zu warm und im Winter zu kalt.” Deswegen trugen die meisten in den vergangenen Jahren Privatkleidung im Wald.

Eingeweihten verrieten der Silberstreifen und die Eichel an einer Schulterklappe bisher aber immerhin den höheren Rang des Gegenübers und dessen Tätigkeit im Innendienst. Das spiele im Umgang mit dem Bürger aber gar keine Rolle, betonte Richter. Uhlenberg sieht seine Förster als „Mittler zwischen Wald und Mensch”. In ihrer sympathischen neuen Kleidung seien sie auch Werbeträger.
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