Würselen - Flugplatz Merzbrück: Aachen – Amsterdam für 38 Reichsmark

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Flugplatz Merzbrück: Aachen – Amsterdam für 38 Reichsmark

Von: Georg Pinzek
Letzte Aktualisierung:

Würselen. Der Beginn der Fliegerei auf den Wiesen von Merzbrück ist kriegerischer Art. 1914 wird der Flugplatz Aachen-Merzbrück zum ersten Mal erwähnt. Die Wiesen rund um den heutigen Verkehrslandeplatz wurden als behelfsmäßiger Feldflugplatz genutzt.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde er von der belgischen Besatzungsmacht übernommen, als militärischer Feldflugplatz betrieben und ausgebaut. 1926 wurde der Aachener Luftfahrtverein gegründet.

Nach Abzug der belgischen Militärflieger kauften die Stadt Aachen (50 Prozent), der Kreis Aachen (30) und der Kreis Düren (20) das etwa 155 Hektar große Areal. Neue Hallen wurden in Merzbrück 1930 errichtet und die „Flughafengesellschaft mbH Aachen“ mit einem Stammkapital von 150.000 Reichsmark gegründet. Zur Eröffnung des Flugplatzes mit einer unbefestigten Landebahn – Länge: 780 Meter – am 1. Juli 1930 waren die Attraktionen das Ganzmetallflugzeug von Hugo Junkers und das Lufthansa-Großflugzeug G38, damals das größte Passagierflugzeug.

Ein knappes Jahr später eröffnete die Lufthansa am 1. Mai 1931 mit einer dreimotorigen Junkers G 24 den Linienverkehr zwischen Merzbrück und Butzweilerhof in Köln. Das Ticket von Aachen nach Amsterdam kostete 38 Reichsmark, nach Barcelona 206 RM und nach Berlin 73 RM. Die Lufthansa transportierte Personen und Post. Eine direkte Anbindung an den internationalen Flugverkehr war geschaffen, deren wirtschaftliches Ende durch die Errichtung der Autobahn A 4 eingeläutet wurde.

Nach Kriegsende wurde der Platz von der amerikanischen und später der belgischen Luftwaffe genutzt, bevor er auf Drängen der Privatpiloten wieder für die zivile Nutzung ab Mitte der 50er Jahre zugelassen wurde. Die „Flughafengesellschaft mbH Aachen“ wurde mangels Vorlage einer Eröffnungsbilanz als Folge der Währungsreform 1948 im Jahre 1952 aus dem Handelsregister gestrichen.

Im Februar 1956 bezog das 18. Bataillon der belgischen Militärflieger die neu errichteten Kasernen auf Merzbrück. Seit 1963 ist das Luftfahrtunternehmen „Westflug Aachen“ dort ansässig. Ein Jahr später wurde die Fluggemeinschaft Aachen e.V. gegründet, der die Nutzungsrechte übertragen wurden. Sie erhielt die Genehmigung für den zivilen Flugbetrieb. 1983 wurde die 520 Meter lange und 20 Meter breite Start- und Landesbahn asphaltiert. Sie ist die nach Helgoland zweitkürzeste Landebahn Deutschlands. 1993 wird die Flugplatz Aachen-Merzbrück GmbH gegründet, die heute den Flugplatz betreibt. Mit circa 42.000 Starts und Landungen ist Aachen-Merzbrück ein gut frequentierter Verkehrslandeplatz. 1995 zogen die belgischen Heeresflieger ab.

Für Forschung und Wissenschaft hat Merzbrück ebenfalls eine große Bedeutung, da die Lehrstühle für Luft- und Raumfahrttechnik der RWTH und der Fachhochschule Aachen hier forschen und ausbilden.

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