Flughafen Düsseldorf: Warten unter der Aschewolke

Von: Denise Donnebaum, dpa
Letzte Aktualisierung:
Flughafen Düsseldorf nach Vulkanausbruch gesperrt
Fluggäste schlafen im Terminal des Flughafens Düsseldorf. Foto: dpa

Düsseldorf. „Die Aschewolke hat nun auch den Luftraum über Nordrhein-Westfalen erreicht”, ist am frühen Freitagmorgen über die Lautsprecher in der Abfertigungshalle des Düsseldorfer Flughafens zu hören. Der Vulkanausbruch auf Island hat auch den größten Airport Nordrhein-Westfalens lahmgelegt. In der Nacht wurde der Flugverkehr eingestellt.

An den Check-In-Schaltern bilden sich lange Schlangen mit ratlosen Passagieren. Claudia Blink bangt um ihre Mittelmeer-Kreuzfahrt. „Das ist eine große Reise, wir haben lange geplant, uns viel gefreut”, sagt die 44-Jährige aus Aachen. Ihr Flug nach Mallorca, von wo aus das Schiff am Abend ablegt, wurde gestrichen. Die Aida werden sie und ihr Mann wohl verpassen. „Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man lachen.”

„Naturkatastrophen passieren. Nur die Informationspolitik seitens des Flughafens und der Fluggesellschaft ist schlecht”, sagt Michael Urner (41) aus Bochum. Mit Freunden wollte er nach La Palma reisen und sitzt nun seit Stunden in der Abfertigungshalle auf gepackten Koffern. „Ich habe vorher extra im Teletext nachgeschaut.” Denn bei den Hotlines sei kein Durchkommen gewesen. „Das ist unser Ferienflieger, der da am Boden bleibt”, sagt er enttäuscht.

„Das alles kann passieren. Wir wollen ja nicht abstürzen”, sagt Ulrich Stinsaoff (66), der mit seiner Frau nach Teneriffa fliegen wollte. Bei regem Betrieb haben die beiden am Stehtisch eines Flughafenrestaurants Leidensgenossen kennengelernt. Ein Pärchen, das auf seinen Flug nach Scharm El Sheich auf der Sinai-Halbinsel wartet.

Nur der „Wettergott” wisse, wann die Maschinen wieder starten und landen können, sagt ein Flughafensprecher. Das bietet Sigrun aus Münster aber nur wenig Trost. „Und plötzlich werden alle religiös”, bemerkt sie am Ende einer meterlangen Schlange mit voll bepackten Fluggästen sarkastisch. Das Wochenende wollte sie eigentlich mit ihrer Mutter in Barcelona verbringen.

Ob das klappt, kann keiner sagen. Selbst nach der Wiederaufnahme des Flugbetriebs könne es Tage dauern, bis alles nach Plan laufe, sagt der Flughafensprecher. Seit dem Vulkanausbruch auf Island sei der Flugverkehr in Europa einfach „so was von durcheinander”. Wegen der Aschewolke sollen am Freitag nach Angaben der Flugsicherheitsbehörde Eurocontrol 60 Prozent aller Flüge in Europa ausfallen. In Düsseldorf geht voraussichtlich bis 18 Uhr nichts.

An einigen Schaltern rät das Personal der Fluggesellschaften den Passagieren erstmal heim zu fahren und sorgt doch für Ratlosigkeit. „Wir wissen nicht, ob wir nach Hause gehen oder hier am Flughafen warten sollen”, sagt Jürgen Valentin (42) aus Krefeld, der noch auf seinen Mallorca-Urlaub hofft. „Das ist alles schlecht organisiert.”

Sein Freund hält unterdessen das Handy dicht am Ohr und lauscht den neuesten Informationen aus dem Radio. Der Rest der Truppe hockt am Boden, einige haben ihre Augen bereits geschlossenen. Außer Abwarten tut sich nichts am Flughafen.
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