Feier zum 250. Todestag des Barockbaumeisters Couven

Von: Angela Delonge
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Couven entdecken: Die Grenzregion feiert den 250. Geburtstag von Johann Josef Couven in dessen wenigen erhaltenen Bauwerken. Dazu gibt es ein großes Kulturprogramm, natürlich auch im Aachener Couven-Museum. Foto: Stadt Aachen/Adam Oellers

Aachen. Sein Stil hat nicht nur das Stadtbild von Aachen entscheidend geprägt sondern „den Impuls des Barock“ auch über die Grenzen getragen. So gesehen, war der Baumeister Johann Joseph Couven, dessen Todestag sich in diesem Jahr zum 250. Mal jährt, „ein früher Europäer“.

´So formulierte es Olaf Müller, Leiter des Aachener Kulturbetriebs, am Donnerstag bei der Vorstellung des Kulturprojekts „Klangwelten in Couven-Räumen“, mit dem die Stadt Aachen und acht weitere Gemeinden aus drei Ländern den berühmten Baumeister würdigen.

Dass es sich dabei um das erste euregionale Projekt im Bereich Kultur handelt, wurde mehr als einmal hervorgehoben. Tatsächlich ist die hier praktizierte „Grenzüberschreitung“ in Sachen Veranstaltungsangebot ein Novum in der Region. „Faszinierend und beispielhaft“ sei das Projekt in seiner euregionalen Tragweite, wurde betont, und wert, „umfassend beworben zu werden“. Das fand auch Jens Fabian Pyper vom NRW-Kultusministerium, das 40 000 Euro beisteuerte: „Das Projekt trifft den Kern der Förderpolitik des Landes.“

Gemeint ist damit die „Begegnung von Oberzentrum und kleineren Orten auf Augenhöhe“, wie sie der Aachener Kulturbetrieb zusammen mit engagierten Partnern aus Belgien und den Niederlanden realisiert hat. Mit den „Klangwelten“ ist es gelungen, die wichtigsten erhaltenen Couven-Baudenkmäler diesseits und jenseits der Grenzen durch ein kulturelles Veranstaltungsangebot miteinander zu verbinden. Dabei ist die Grundidee, Couvens Gebäude durch Musik lebendig werden zu lassen, aufs schönste umgesetzt worden.

Mit den „Klangwelten“ wird den Menschen der Region vier Monate lang ein mehr als gelungenes Kulturangebot gemacht. Zwischen dem 13. September und dem 12. Januar nächsten Jahres werden rund 20 Konzerte – vielfach mit historischen Barockinstrumenten – in den 18 Couven-Gebäuden zwischen Aachen und Wittem zu hören sein.

Daneben stehen szenische Lesungen auf dem Programm, Führungen, Vorträge, eine Bustour, und auf einer eigens konzipierten Autoroute können Interessierte die Couven-Schätzchen selbst erfahren. Sogar Schloss Breill in Geilenkirchen öffnet seine Türen für einen Familientag (22. September), und Hausherr Michael Graf von und zu Hoensbroech führt höchstpersönlich durch die Gemächer. Ohne solch persönlichen Einsatz aller Beteiligten in allen drei Ländern hätte das Kulturprojekt wohl kaum verwirklicht werden können.

Bei der Ausstellung im Aachener Couven-Museum, die nächste Woche Freitag eröffnet wird, gibt ebenfalls die Musik den Ton an. Die Ausstellung zeigt einen spannenden Blick auf die Entwicklung der bürgerlichen Musikkultur im 18. Jahrhundert und zeigt originale Zeichnungen und Architekturentwürfe von Johann Joseph Couven.

Das Projekt der euregionalen „Klangwelten“ ist für Susanne Ladwein vom Zweckverband Region Aachen beispielhaft für die regionale Kulturförderung. Fast sieht sie die Region damit schon als Modellregion „auf der europäischen Bühne“. Ladwein: „Auf jeden Fall kommen wir damit unserem Ziel, uns als Bildungs- und Wissenschaftsregion zu etablieren, ein großes Stück näher.“

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