Fatale Liebeserklärung: Sturz in den Tod

Von: Gerald Eimer
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Unfallbild
Ermittlungen am Unglücksort: Ein Mann ist von dieser Brücke in Aachen-Verlautenheide auf die A 544 gefallen und von mehreren Autos überrollt worden. Er hatte an der Brücke offenbar eine Plane mit einer Liebeserklärung für seine Frau zum zehnten Hochzeitstag anbringen wollen. Foto: Roeger

Aachen. Das Geschehen ist an Tragik kaum zu überbieten und auch für die ermittelnden Beamten in dieser Form einzigartig: Beim Versuch, eine Liebesbotschaft an einer Brücke über der A 544 bei Aachen anzubringen, ist ein 29-jähriger Mann aus Alsdorf am frühen Montagmorgen in den Tod gestürzt.

Die Polizei geht aufgrund der Umstände von einem Unglücksfall aus und schließt Fremdverschulden oder einen Suizid aus.

„Wir kennen nur das traurige Ergebnis”, sagt die Kölner Polizeisprecherin Cathrine Maus, deren ermittelnden Kollegen über den genauen Unfallhergang bislang auch nur mutmaßen können. Demnach ist der Mann gegen 2.50 Uhr über das mehr als hüfthohe Geländer der vorwiegend von Fußgängern genutzten Brücke rund 13 Meter in die Tiefe auf die Autobahnfahrbahnen Richtung Aachen gestürzt.

Vermutlich hatte er durch den Aufprall bereits tödliche Verletzungen erlitten. Nachfolgend wurde er jedoch noch von mindestens zwei Fahrzeugen überrollt. Der herbeigerufene Notarzt konnte nur noch den Tod des Mannes feststellen.

Kurze Zeit zuvor muss der 29-Jährige über den Heider-Hof-Weg in Aachen-Verlautenheide die schmale, aber hohe Brücke in seinem Auto angesteuert haben. Bei sich hatte er ein Transparent, auf dem sein Name und der einer Frau sowie die Angabe „10 Jahre” stand.

In Teilen hatte er es offenbar schon angebracht - doch dann geschah das Unfassbare. Ob er das Geländer überklettert oder sich zu weit vornübergebeugt hat, ist bislang nicht geklärt.

Hinweise auf Dritte an der Unfallstelle hat die Polizei nicht, sagt Sprecherin Maus. Ebensowenig gebe es Anzeichen für einen Suizid. Gleichwohl hat die Brücke in Aachen eine traurige Bekanntheit, weil sich seit Jahren immer wieder Menschen von dort in den Tod stürzen.

Die Fahrer der beiden Wagen, die das Opfer überrollt haben, erlitten einen Schock. Sie wurden nach Angaben der Polizei noch vor Ort seelsorgerisch betreut.

Das Autobahnteilstück musste ab Anschlussstelle Würselen in Richtung Aachen-Europaplatz knapp sechs Stunden lang gesperrt werden. Im Berufsverkehr führte das zu langen Staus. Erst gegen 8.30 Uhr konnten die Fahrspuren wieder freigegeben werden.

Zwar werden seit Jahren immer wieder Liebesgrüße entlang vielbefahrener Straßen angebracht oder aufgesprüht, doch bislang hätten vergleichbare Aktionen noch nie einen solch tragischen Ausgang gehabt, erklärte die Polizei auf Anfrage. Dennoch warnt sie ausdrücklich davor, die Risiken zu unterschätzen.

Ohnehin dürften Transparente an Brücken nur mit besonderer Genehmigung aufgehängt werden. Weil illegal angebrachte Transparente oft nicht ausreichend gesichert seien, müssten sie schon aus Gründen der „Gefahrenabwehr” von den Straßendiensten schnell wieder beseitigt werden.
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