Köln/Aachen - Fast jeder vierte Zug der Linie RE1 ist unpünktlich

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Fast jeder vierte Zug der Linie RE1 ist unpünktlich

Von: Udo Kals
Letzte Aktualisierung:
Regionalexpress
Je länger die Strecke, desto unpünktlicher der Zug. Auch steigende Fahrgastzahlen sind Teil des Problems. Foto: dpa

Köln/Aachen. Die Regionalexpresslinien sind laut Zweckverband Nahverkehr Rheinland (NVR) 2013 in großen Teilen unpünktlicher geworden. Dabei gehört der RE1 (Aachen-Köln-Paderborn) zu den Sorgenkindern.

Bei einer Pünktlichkeitsquote von 78,11 Prozent war 2013 fast jeder vierte RE1 verspätet; 2012 lag die Quote bei 81,51 Prozent.

Der RE1 ist jedoch nicht das einzige Sorgenkind. Auch der RE4 (Aachen-Düsseldorf-Dortmund) und RE5 (Emmerich-Köln-Koblenz) bereiten den Verantwortlichen mit einem Pünktlichkeitsminus von 5,14 Punkten auf 85,85 Prozent respektive 2,32 Punkten auf 76,84 Prozent keine Freude. An dieser schlechten Bilanz ändern auch leicht positive Entwicklungen nichts, wie beim RE 9 (plus 1,05 auf 91,48 Prozent), der zwischen Aachen und Siegen fährt. Zum Vergleich: Im gesamten NVR-Gebiet weisen die RE-Linien mit 86,02 Prozent weiterhin eine schlechtere Pünktlichkeitsquote auf als die Regional-Bahnen (93,12) und die S-Bahnen (94,54).

Dringender Investitionsbedarf

Die Betriebsqualität bleibt also vor allem bei den RE-Linien verbesserungswürdig – zum Unmut von NVR-Geschäftsführer Norbert Reinkober. „Das System ist an seiner Kapazitätsgrenze angekommen“, sagt er. Seine Forderung: „Wir benötigen dringend Investitionen für eine verbesserte Infrastruktur, dann wird der Nahverkehr in der Region auch wieder pünktlicher und zuverlässiger – und die Kunden zufriedener.“

Für die schlechten Quoten der RE-Linien macht der NVR unter anderem „die mangelnde Infrastruktur und die langen RE-Linien“ verantwortlich. So liegen auf der RE-1-Strecke zwischen Paderborn und Köln 286 Gleiskilometer. „Da kommt es schon schneller zu Verspätungen als bei kürzeren S-Bahn-Verbindungen“, sagt NVR-Sprecher Holger Klein. Zumal wegen „fehlender Überholmöglichkeiten die RE-Linien oft genug auf Güter- und Fernzüge warten müssen, um überholt zu werden“. Und nicht nur das: Auch die steigenden Fahrgastzahlen seien Teil des Problems. „Zwar haben wir die Kapazitätsprobleme gerade auf der Linie RE9 reduzieren können“, sagt Klein: „Doch weil immer mehr Menschen auf die Bahn umsteigen, verlängert sich die Ein- und Ausstiegszeit in den Bahnhöfen.“

Klein betont jedoch, dass in der Bilanz für 2013 nicht alles schlecht sei. So fallen weniger Züge aus als noch im Vorjahr. Lag die Ausfallquote 2012 beim RE9 bei außergewöhnlich hohen 2,3 Prozent, hat sie sich 2013 mit 0,84 Prozent dem NVR-Durchschnittswert von 0,74 Prozent angenähert. Und dies mag aus Sicht des NVR ein Trost für alle Bahnkunden sein: Auch wenn die Züge oft genug unpünktlich sind, die wenigsten fallen aus.

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