Familienvater gesteht Mord an Mirco

Von: dapd
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Fall Mirco - Pressekonferenz Polizei
Der Leiter der SoKo "Mirco" Ingo Thiel äußert sich am Freitag (28.01.2011) in Mönchengladbach zur Festnahme eines Tatverdächtigen im Fall des verschwundenen Mirco aus dem niederrheinischen Grefrath. Foto: dpa

Mönchengladbach. Der Mord an dem zehnjährigen Mirco aus Grefrath ist aufgeklärt: Der festgenommene 45-jährige Olaf H. aus Schwalmtal hat ein Geständnis abgelegt.

Das sagte der Leiter der Sonderkommission, Ingo Thiel, am Freitag auf einer Pressekonferenz von Kripo und Staatsanwaltschaft in Mönchengladbach. Die Ermittler gehen nach seinen Angaben davon aus, dass der Familienvater den Jungen am 3. September 2010 sexuell missbraucht und getötet hat. Der „Ablageort” der Leiche sei auch der Tatort.

Mirco war auf dem Heimweg von einer Skateranlage von dem Autofahrer gezwungen worden einzusteigen, sagte Thiel. Danach fuhr der 45-Jährige mit dem Jungen in Richtung Wachtendonk in ein Waldstück bei Grefrath, zog den Jungen aus und verging sich an ihm. Er tötete ihn und ließ ihn dort liegen. Nach Angaben Thiels liegt die Stelle etwa sechs Kilometer von der Gegend entfernt, die mehrmals von der Polizei durchsucht worden war.

Auf die Spur des Tatverdächtige führte die Zeugenaussage eines Mannes, der den Täter mit seinem Auto vor dem Verbrechen beobachtet hatte, wie er ein Fahrrad wegschob. Thiel zufolge ist Olaf H. durch eine DNA-Speichelprobe und Faserspuren von Mircos Kleidung in seinem Auto überführt. Auf seine Spur kamen die Ermittler über das Auto.

Dabei handelte es sich um einen geleasten Firmenwagen, den er nach der Tat und nach Ablauf des Vertrags an die Leasingfirma zurückgegeben hatte. Danach habe der VW Passat „eine Odyssee” gemacht und sollte nach Russland verkauft werden. Der Sonderkommission gelang es, an das in Deutschland „stillgelegte” Auto heranzukommen. Polizeipräsident Hans-Hermann Tirre sagte: „Der ersehnte und entscheidende Durchbruch ist uns gelungen. Damit ist uns eine große Last von der Seele genommen.”

Olaf H. sitzt seit Donnerstagabend in Untersuchungshaft. Nach Polizeiangaben wohnt er seit 2006 in Schwalmtal und arbeitet für ein großes Unternehmen in Bonn. Er hat drei leibliche Kinder und ist in dritter Ehe verheiratet.
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