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Fallmanager sorgen für reibungslose Behandlungsorganisation

Von: Wolfgang Schumacher
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Alles Formale liegt in einer Hand: Fall-Managerin Claudia Scherer koordiniert die Bypass-Operation eines Lkw-Fahrers in der Herzchirurgie des Aachener Uniklinikums. Foto: Harald Krömer

Aachen. „Ohne lange Wartezeiten durch das Labyrinth Krankenhaus!” So steht es schwarz auf grün in einem Prospekt der Aachener Uniklinik zum Thema „Case-Managment”, auf deutsch: Fallmanagement.

Die neue Einrichtung verfolgt das Ziel, im Aachener Riesenkrankenhaus mit jährlich rund 45.000 stationären Patienten Untersuchungswege zu verkürzen und für möglichst schnelle Genesung sowie die frühzeitige Planung der Reha zu sorgen.

Nun, wer möchte als Patient eigentlich nicht liebevoll ans Händchen genommen und individuell betreut werden? Richtig, alle wollen das, insbesondere dann, wenn schwere Operationen ins Haus stehen. So nahmen vor etwa einem Jahr an der Uniklinik derartige Genesungs-Manager zum ersten Mal ihre Arbeit auf, inzwischen sind es zwölf, etwa 25 sollen es laut Pflegedirektor Heinz Pelzer vorerst werden. Schließlich ist es das organisatorische Ziel, jede der Einzelkliniken im Bauch des Uniklinikums mit je einem eigenen Fallmanager auszurüsten.

Dabei stellt niemand in Abrede, dass der verstärkte Personalaufwand sich auch für die Uniklinik rechnet. Pelzer sagt dazu deutlich: „Für uns ist im Rahmen der von den Kassen gezahlten Fallpauschalen eine mittlere Verweildauer des Patienten das Beste.” Mittlere Verweildauer heißt bei Herzoperationen heute etwa 14 Tage. Auch hierfür sorgt der Fallmanager, wenn er sich um die direkte Anschlussbehandlung kümmert. Zeiten, wo der frischoperierte Patient zuhause auf die Reha wartet, sollen passé sein.

Kleine Chefvisite

In der Herzchirurgie bei Professor Rüdiger Autschbach machen zwei freundliche Exemplare der Gattung „Case-Manager” Dienst. Claudia Scherer, die seit 21 Jahren in der Pflege tätig ist und zuletzt als Stationsleiterin das Sagen hatte, schulte um, durchlief ein Assesment-Auswahlverfahren und freut sich jetzt täglich auf die neuen Herausforderungen: „Wir sind hier einfach für alles zuständig.”

Was sie damit meint, wird bei einer kleinen Visite der Gruppe um Professor Autschbach bei einem 45-jährigen Lkw-Fahrer aus Venlo klar. Ein neuer Fall. Er soll drei neue Bypässe bekommen. Aufgeräumt erzählt der 45-Jährige, dass das Formale bereits vorher erledigt wurde. „Ich bin per Brief für heute einbestellt worden”, erklärt er und erzählt von der ambulanten Untersuchung weit vorher. Managerin Scherer habe sich gut um ihn gekümmert. Der Mann aus Venlo ist offensichtlich absolut zufrieden mit dem Service.

Späte Einsichten

Mund-zu-Mund-Propaganda habe ihn nach Aachen geführt. Gute Bekannte aus Mönchengladbach hätten ihm geraten „Geh´ da hin”, als er die Diagnose eines unbemerkten Hinterwandinfarktes bekam. Er sitze naturgemäß zu viel bei seinem Job und rauche auch noch. Späte Einsichten plagen ihn. Jetzt gehe es darum, sein Herz wiederherzustellen. Für die Leiterin des Projektes, Gerlinde Wallacher, ist das schön zu hören. Sie ist stolz auf den Patientenservice, bei dem nun endlich der Kranke als „Kunde” entdeckt wurde.
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