Aachen - Fall Reemtsma: Erpresser der Geldwäscher wird angeklagt

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Fall Reemtsma: Erpresser der Geldwäscher wird angeklagt

Von: ela/dpa
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Jan Phillip Reemtsma
Jan Philipp Reemtsma wurde 1996 viereinhalb Wochen lang in einem Verlies bei Bremen festgehalten. Foto: dpa

Aachen. Die Staatsanwaltschaft Aachen hat gegen den 62-jährigen Horst R. Anklage wegen Erpressung in besonders schwerem Fall erhoben. Der Mann steht im Verdacht, gewerbsmäßige Erpressungen rund um das noch immer vermisste Lösegeld im Entführungsfall Reemtsma begangen zu haben. Seiner Schwester, einer 60-jährigen Aachenerin, wird Beihilfe vorgeworfen.

Die Geschwister waren Mitte April auf Mallorca festgenommen worden und danach von den spanischen Behörden nach Aachen überstellt worden.

Laut Staatsanwaltschaft hat der Angeschuldigte gewusst, dass Mitglieder der inzwischen verbotenen Rockergruppe „MC Hells Angels Westend“ aus Frankfurt am Main Teile des Lösegeldes aus der sogenannten „Reemtsma-Entführung“ gewaschen hätten.

80.000 Euro erpresst

Mit der Drohung, die Geldwäscher zu verraten, hat Horst R. mindestens zwei Personen dazu gebracht, ihm monatlich zwischen 2000 und 3000 Euro zu kommen zu lassen. Das Geld wurde teils über Mittelsmänner, überwiegend jedoch über R.‘s Schwester transferiert. Laut den Ermittlungen erhielt der Angeschuldigte so seit 2009 insgesamt rund 80.000 Euro.

Beide Angeklagte waren seinerzeit vorläufig festgenommen worden. Die Schwester von Horst R. bestreitet die Tat und befindet sich inzwischen wieder auf freiem Fuß. R., der weiter in Untersuchungshaft sitzt, hat sich bislang nicht geäußert. Wie Staatsanwalt Jost Schützeberg mitteilte, ist in Kürze mit der Verhandlung zu rechnen.

Die Entführung des Hamburger Millionen-Erben Jan Philipp Reemtsma 1996 galt als eines der spektakulärsten Verbrechen der deutschen Kriminalgeschichte. Reemtsma kam gegen das mit 30 Millionen Mark bis dahin höchste in Deutschland bekannte Lösegeld frei.

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