Aachen - Exzellenztipps für die RWTH vom Wissenschaftsrat

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Exzellenztipps für die RWTH vom Wissenschaftsrat

Von: Axel Borrenkott
Letzte Aktualisierung:
RWTH in Aachen wird Elite-Universität
Die Technische Hochschule Aachen ist seit 2008 deutsche Elite-Universität. Foto: dpa

Aachen. Die RWTH Aachen muss sich beweisen, wenn sie exzellent bleiben will. Das tut sie sicherlich auch, doch der öffentliche Hinweis kommt von höchst berufener Stelle.

„Wir werden sehr genau prüfen, ob die Hochschule hält, was sie versprochen hat”, sagte der Vorsitzende des Wissenschaftsrats, Peter Strohschneider, am Mittwoch in Aachen.

Der Wissenschaftsrat (WR) hält hier bis Freitag seine turnusgemäße Herbstsitzung ab. Die nächste Runde der Exzellenzinitiative ab 2011 steht zwar noch nicht auf der Tagesordnung. Die befasst sich mit öffentlich weniger aufregenden Themen wie Stellungnahmen zu forschenden Einrichtungen des Bundes. Doch der WR, bestehend aus vom Bundespräsidenten berufenen Wissenschaftlern und den Bildungsministern, entscheidet darüber, welche Hochschulen exzellent werden - oder bleiben.

So ließ sich Strohschneider, ein Literaturwissenschaftler von präziser Eloquenz, schon mal entlocken, was den Bewerbern üblicherweise intern bedeutet wird. Die Gutachter des WR werden vor allem darauf achten, ob der RWTH die in ihrem Zukunftskonzept formulierte engere Verzahnung zwischen den Ingenieur- und den Naturwissenschaften gelungen ist.

Prüfstein dafür - wie auch für die notwendige Kooperation mit einer außeruniversitären Einrichtung - ist die Allianz mit dem Forschungszentrum Jülich („Jara”). „Den Erfolg muss man messen können.” Ebenso auch das ehrgeizige Personalentwicklungskonzept. All das wird niemanden überraschen in der RWTH, doch nun sind die Messlatten sozusagen vor aller Augen aufgelegt.

Sorgen machen Strohschneider und „unserer kleinen, aber sehr beschäftigten Organisation”, die seit 1957 die Regierungen in Bund und Ländern wissenschftspolitisch berät, nach wie vor die Finanzierung der Hochschulen. So habe auch der problematische Bologna-Prozess (Umstellung auf Bachelor/Master) unter einer systematischen Unterfinanzierung zu leiden, die Strohschneider auf 15 Prozent bezifferte. Dieses Geld fehle sowohl für die betreuungsintensivere Lehre wie für Personal in der Verwaltung.

Erhebliche Unstimmigkeiten sind auch noch im Verhältnis der Universitäten zu den Fachhochschulen zu beseitigen. Die Abschlüsse sind zwar jetzt formal gleich, aber die Unis akzeptieren noch lange nicht jeden FH-Bachelor, der dort seinen Master machen will. Das sollte auf Dauer nicht sein, so Strohschneider: „Wir müssen uns im Hochschulsystem bewegen weg von Statusunterschieden hin zu einer funktionellen Unterscheidung.” Das müsse die Leitidee sein. Nur: „Das Hochschulsystem ist so sehr in Veränderung”, man dürfe das Reformieren auch nicht überziehen.
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