Explosion vor Bandidos-Clubheim: Diskussion über Verbot

Von: dpa
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Bei einer Massenschlägerei zwischen zwei verfeindeten Rockergruppen sind in Mönchengladbach in der Nacht zum Sonntag mindestens vier Menschen verletzt worden. Foto: dpa

Mönchengladbach. Kurz nach der Massenschlägerei in der Nacht zum Sonntag zwischen Bandidos und Hells Angels in Mönchengladbach hat es vor dem Clubhaus der Bandidos in Herten eine Explosion gegeben.

Dabei seien am frühen Sonntagmorgen die großen Scheiben des Clubheims zerstört und drei Autos beschädigt worden, teilte die Polizei mit. Sie sah zunächst aber keine Hinweise auf einen Racheakt. „Es wäre reine Spekulation, einen Zusammenhang zu den Ereignissen in Mönchengladbach herzustellen”, sagte ein Polizeisprecher in Recklinghausen.

Die Mönchengladbacher Polizei setzte inzwischen allerdings eine Mordkommission ein. Denn bei der Auseinandersetzung zwischen den verfeindeten Rockerclubs vor einer Diskothek war ein Mensch lebensgefährlich verletzt worden. Der Hintergrund der Auseinandersetzung sei noch nicht geklärt.

Der Bund Deutscher Kriminalbeamter forderte als „dringende Maßnahme” die Prüfung eines Vereinsverbots. „Die Auseinandersetzung in Mönchengladbach ist ein deutliches Zeichen, dass der Friedensschluss zwischen Bandidos und Hells Angels reine Kosmetik ist”, sagte der nordrhein-westfälische Landesvorsitzende, Wilfried Albishausen. Die beiden Rockerbanden hatten im Mai 2010 per Handschlag Frieden geschlossen. „Die pflegen archaische Regeln. Die werden sich nie einigen”, sagte Albishausen.

Innenminister Ralf Jäger stellte fest: „Vereinsverbote können im Kampf gegen die organisierte Kriminalität ein sinnvolles Instrument sein.” Die Landesregierung schließe kein rechtliches Mittel aus. Die Polizei sei nie davon ausgegangen, dass beide Rockerclubs tatsächlich Frieden geschlossen hätten, sagte ein Ministeriumssprecher. Die Polizei sei aber darauf eingerichtet.

Nach Angaben des Landeskriminalamts hat die Zahl der Gruppierungen in Nordrhein-Westfalen seit 2005 deutlich zugenommen. Sie stieg bei den Bandidos von zwölf auf 25 und bei den Hells Angels von fünf auf neun. Die Gruppierungen haben demanch militärische Strukturen mit hierarchischem Aufbau. Einzelne Mitglieder fielen vor allem durch Aktivitäten im Rotlichtmilieu, durch Waffenhandel und Rauschgiftkriminalität auf.

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