Sing Kino Freisteller

Exklusiv in Würselen: Deubners Büchlein „Trümmerbahnen und Trümmerverwertung”

Von: Wilhelm Peters
Letzte Aktualisierung:
deubner
Axel Deubner hat diese echte Trümmerbahn mit einer Lore vor der Verschrottung bewahrt. Foto: Wilhelm Peters

Würselen. Die Erinnerung an jene schwere Zeit ist geblieben bei jenen, die sie miterlebt haben. Spätere Generationen wissen wenig, zuweilen nichts von jenen Entbehrungen, die damals an der Tagesordnung waren: Aachen 1948, die Stadt liegt in Trümmern, blüht aber so ganz allmählich wieder auf.

„Es war eine Zeit, in der es oft um das nackte Überleben ging”, sagt Axel Deubner. Da waren zum Beispiel Menschen, ausgestattet mit einer offiziellen Arbeitsbescheinigung, die die Trümmerbahnen am Markt mit Schutt füllten, der auf der Schiene zu festgelegten Plätzen transportiert, entsorgt oder zu neuem Baumaterial verarbeitet wurde. „Ehrendienst bei der Schuttaktion der Stadt Aachen”, steht auf der Arbeitsbescheinigung. Dieser „Ehrendienst” war damals verpflichtend für alle arbeitsfähigen Aachener. Sie unterstützten die Arbeiter, die in Lohn und Brot standen.

Bilder aus jenen Tagen, „ein Stück aus Aachens jüngerer Geschichte” - so der Untertitel - hat der Aachener Baumaschinen-Unternehmer Axel Deubner, Jahrgang 1945, in dem sehr informativen, ausgezeichnet bebilderten, gestalteten und getexteten Büchlein „Trümmerbahnen und Trümmerverwertung - Rückblick auf das Jahr 1948” in Privatinitiative herausgegeben.

„Aus dem Schutt, den die Trümmerbahnen per Loren zu den Sammelplätzen brachten, wurde das Holz herausgepult, das nicht in den Brecher durfte. Wenn Arbeitskräfte fehlten, machten Kinder das für 10 Pfennig die Stunde. 98 Pfennig war der Stundenlohn der Arbeiter”, blickt Deubner zurück.

250 Exemplare gespendet

Auf 40 Seiten erinnert er in diesem Bilderbuch (60 Fotos) an das Jahr 1948, „als mein Vater Berndt Deubner dem Oberstadtdirektor der Stadt Aachen in einem Brief den Vorschlag unterbreitete, in Aachen eine Trümmerverwertung einzurichten.” Zehn Tage vor der Währungsreform machte sich Berndt Deubner (1914 - 1993) ans Werk, legte damit „ganz nebenbei” den Grundstein für das heutige Unternehmen, das Baumaschinen verkauft und verleiht.

Axel Deubner stellte exklusiv für die 8. Würselener Bücherbörse (27. Februar, 10 - 17 Uhr, Altes Rathaus, Würselen, Kaiserstraße) 250 Exemplare seines Werks „Trümmerbahnen und Trümmerverwertung in Aachen” zur Verfügung, deren Erlös wie alle anderen Einnahmen zu 100 Prozent dem Verein „Menschen helfen Menschen” zugute kommt. Das Büchlein ist nicht im Buchhandel erhältlich, sondern nur an diesem Tag für 8 Euro auf der Bücherbörse in Würselen und dürfte nicht nur bei Heimatsammlern auf großes Interesse stoßen.

Axel Deubner: „Es gibt wenige Fotos aus jener Zeit, und auch Berichte sind eher rar. Darum ist es um so wichtiger, sich zu erinnern und das Wenige, was sich erhalten hat, für unsere Kinder und Enkel festzuhalten.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert