Euregiobahn rollt in Langerwehe ein

Von: Christoph Hahn
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Porst auf die neue Strecke der Euregiobahn.

Langerwehe. Pünktlich um 12.47 Uhr ist es so weit: Bernd Jaskulski heißt der Mann, der zum historischen Augenblick - von Böllern flankiert eine Doppel-Garnitur von Dieseltriebwagen der Euregiobahn durch das Portal des Ulhaustunnels steuert.

Damit ist ein langfristiges Ziel erreicht: Die Züge, die im Taktverkehr von Heerlen oder Alsdorf über Aachen bisher bis Weisweiler gefahren sind, können (ab Sonntag auch für Herrn und Frau Normalverbraucher) nach Langerwehe durchstarten.

Im Dezember gibt´s dann die nächste Erweiterung: nach Düren, wo der Anschluss zum Kölner S-Bahn-Netz besteht. Technisch wäre das heute schon möglich. Bei der Erweiterung wurde im Bahnhof Langerwehe die dazu nötige Weiche eingebaut, die derzeit noch durch Sperrtafeln blockiert wird.

Was mit dem Festakt in Gegenwart von NRW-Bauminister Lutz Lienenkämper, dem Parlamentarischen Staatssekretär im Berliner Verkehrsministerium, Achim Großmann, und vielen anderen Prominenten gefeiert wurde - Kabarettist Wendelin Haverkamp sorgte für hintergründig-humorvolle Randnotizen -, gleicht einer Sensation.

Seit mehr als 40 Jahren wurde in Nordrhein-Westfalen keine neu gebaute Regionalbahn-Strecke mehr eröffnet. Für rund 16 Millionen Euro (90 Prozent davon übernehmen Bund und Land) wurde der rund 2,5 Kilometer lange Schienenstrang von Weisweiler nach Langerwehe errichtet. Einziger Kunstbau: der etwa 300 Meter lage Ulhaustunnel, der in Langerwehe eine Bergkuppe unterquert.

Doch es geht nicht nur um eine Verbindung auf der Schiene, die über Weisweiler Wege in die Kernstadt von Eschweiler rund um den Talbahnhof und weiter gen Stolberg und Aachen erschließt. Mit der Erweiterung der Bahn gibt es in Langerwehe einen neuen Zugang zum Bahnhof vom Ortskern her.

Es gibt einen Bushof, es gibt 127 neue Pendler-Parkplätze und überdachte Unterstellmöglichkeiten - ein Mix von Angeboten, die von einem erfreuten Bürgermeister Franz-Josef Löfgen eingeweiht wurden mit den Worten: „Märchen werden doch wahr.”

Reden gab es natürlich auch. So freute sich NRW-Minister Lienenkämper: „Die Euregiobahn kommt heute weiter als 2,5 Kilometer - mit diesem Lückenschluss macht sie sich auf den Weg ins Rheinland.” Staatssekretär Großmann gratulierte dem Infrastrukutur-Unternehmen EVS und der DB Regio, die die Fahrleistungen erbringt, zu ihrem Konzept: „Die Euregiobahn hat mehr Fahrgäste auf die Schiene gebracht als wir je angenommen haben.” 9000 Menschen steigen derzeit täglich in die flotten Dieseltriebwagen. 2000 mehr sollen es ab Sonntag sein.

Zukunftspläne gibt es bei der Euregiobahn indes noch mehr. So sollen die Züge ab Ende 2010 an Sonn- und Feiertagen über Düren hinaus die Rurtalbahn nach Heimbach bedienen. Außerdem für das kommende Jahr geplant: Die Verlängerung der Strecke, die bisher in Alsdorf-Annapark endet, über Mariadorf und Merzbrück nach Stolberg. 2012 soll zudem die Strecke von Lindern nach Heinsberg für den Personenverkehr reaktiviert werden.

Bahnhofsfest mit Freifahrt am Sonntag

Zeitgleich mit der Eröffnung der verlängerten Euregiobahn wird das Bus-Konzept verändert. Die Linie 296 fährt nun von Düren über Langerwehe nach Inden und nur noch mit wenigen Fahrten - nach Weisweiler und Eschweiler.

Ein Bahnhofsfest findet am Sonntag, 14. Juni, auf dem neuen Gelände am Langerweher Bahnhof statt. Die Euregiobahn kann an diesem Sonntag kostenlos genutzt werden.
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