Eupen Musik Marathon: Von BAP bis Rea Garvey

Von: Alexander Barth
Letzte Aktualisierung:
5794456.jpg
Aus Köln: BAP in Eupen. Foto: Alexander Barth
5794458.jpg
Die Generationen sammeln sich vor der Hauptbühne in Eupen: Nur bei den altgedienten Kölschrockern von BAP (oben rechts Wolfgang Niedecken neben Helmut Krumminga) stieg der Altersschnitt. Foto: Alexander Barth
eupen musik marathon sonntag
Auf der Hauptbühne bildeten Max Herre, Res Garvey und die Kölschrocker BAP die Speerspitze des diesjährigen Programmcocktails. Foto: Alexander Barth
20130630_00002c1c4fd5aece_IMG_5914N.jpg
Am Samstag stand ein bunter Programm-Mix mit Rock, Pop, Worldmusic und Jazz auf der Agenda. Foto: Alexander Barth

Eupen. Lokalmatadore unter den Musikfans wähnten sich womöglich in einer Art „Und täglich grüßt das Murmeltier“-Situation. Auch bei der 22. Ausgabe des Eupen Musik Marathons wurde nicht mit der Tradition gebrochen. Denn beinahe könnte man die Uhr danach stellen, dass mindestens einer der angereisten Top-Acts sich früher oder später von der Hauptbühne herab darüber wundert, im äußersten Osten Belgiens auf ein deutschsprachiges Völkchen zu treffen.

Diesmal war es Co-Headliner Rea Garvey, der am Sonntagabend gleich zu Beginn seines viel bejubelten Gigs vor rund 2000 Zuschauern – etwa ein Drittel der Gesamtbesucherzahl am Sonntag – das Prinzip der Deutschsprachigen Gemeinschaft kennenlernte. Dank eines überzeugenden Auftritts sollte aber niemand beleidigt zurückbleiben.

Von Balkan-Polka bis Indie-Rock

Überhaupt bot die diesjährige Runde auf dem euregionalen Open-Air-Karussell jede Menge Anlass zur Freude. Anders als im Vorjahr hatte den Veranstaltern diesmal auch das Wetter in die Karten gespielt. Mit der maximal vielfältigen Programmauswahl punkten die Macher ohnehin konstant. So pilgerten diesmal deutlich mehr Menschen aus dem gesamten Dreiländereck in die Eupener Oberstadt, um den Brückenschlag der Musikstile auf insgesamt sieben Bühnen zu erleben. Autokennzeichen aus drei Ländern kündeten schon nachmittags längs der Zufahrtstraßen von nachbarschaftlichem Besuch.

Abseits der Hauptbühne war einmal mehr Entdeckergeist gefragt. Erhabenheit bestimmte das Szenario in der Nikolauskirche – Klassik-Genuss vor Couvenscher Architektur. Das Stelldichein der bunten Musikszene Belgiens an der Klötzerbahn; verzerrte Gitarren dröhnten von der Bühne Aufe_SSRqm Hund, während im Stadtpark von Worldmusic über Balkan-Polka bis Indie-Rock alles möglich war. Hier wärmt sich die Altstadt schon am Samstag auf, hier geben sich lokale Newcomer und weit gereiste Formationen das Mikrofon in die Hand. Live-Sound vor Kulissen, die unterschiedlicher kaum sein können. Für Fans, deren musikalischer Background und Vorlieben unterschiedlicher kaum sein könnten.

Konstante und ein bisschen Phänomen zugleich: Beim Kinderprogramm im Hof der Regierung machten es sich am Sonntag nicht nur die kleinen Besucher bequem. Dabei gab sich mit Erwin Grosche ein gestandener, TV-erprobter Kabarettist die Ehre, der das entspannt hockende Publikum mit Liedern und kinderleichten Gags in angenehme Aufruhr versetzte.

Nach dem Auftakt-Samstag wird beim Eupen Musik Marathon traditionell am Sonntag ein Gang höher geschaltet. Auf der Hauptbühne bildeten Max Herre, Rea Garvey und die Kölschrocker BAP das Schirmchen auf dem diesjährigen Programmcocktail. Die schwedischen Punkrocker Royal Republic zehrten am Nachmittag gar noch vom Stimmungsbonus ihres Vorjahresauftritts. Hatten es der nicht zuletzt als Reamonn-Sänger und Castingshow-Juror bekanntgewordene Ire Garvey mit seinem geschliffenen Radiorock oder zuvor Hip-Hop-Schwiegersohn Max Herre noch geschafft, die Generationen vor der Hauptbühne zu vereinen, sammelte sich bei den altgedienten Kölsch-Botschaftern um Frontmann Wolfgang Niedecken ein eher gesetzteres Rockvölkchen. Die Kölner zeigten sich als basis-rockende Unterhalter. Weniger ist dank Verzicht auf Saxofon-Soli, Synthesizer-Spielereien und Percussion-Überdruck eindeutig mehr. So beschlossen Niedecken und Co. den sonnigen Sonntagsmarathon mit dem unvermeidlichen „Verdamp lang her“ plus Zugabe.

Freundlicher als im Vorjahr sah es an diesem „EMM“-Wochenende auch in Sachen Gemütlichkeit aus. Nicht nur die Außenterrasse der alteingesessenen Musikkneipe Pigalle, direkt am Werthplatz gelegen und rares Kleinod in Eupens überschaubarer Ausgehkultur, war weitaus besser besucht als beim durchnässten Marathon-Wochenende 2012. Auf der kleinen Flaniermeile Klötzerbahn schlenderte es sich 2013 deutlich angenehmer, sehr zur Freude der mehr oder weniger Cuisine-orientierten Gastronomie. Beschwerden ob des Angebots – Fehlanzeige. Pizza-Stücke, Fritten, Cheeseburger – alles, was den Festivalbesuch landauf, landab eben so kulinarisch abrundet, war vertreten.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert