Erzbistum Köln startet neue Missbrauchs-Prävention

Von: dpa
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Köln. Als Folge auf bundesweit viele Missbrauchsfälle in der Kirche setzt das Erzbistum Köln einen Präventionsbeauftragten ein.

Kardinal Joachim Meisner habe Oliver Vogt zum 1. April ernannt, der Präventionsmaßnahmen koordinieren und Fortbildungen konzipieren soll, teilte das Erzbistum am Dienstag mit. Der Skandal des sexuellen Missbrauchs an Kindern und Jugendlichen hatte die katholische Kirche in eine Krise gestürzt und die Republik erschüttert.

Vogt (41), bisher in der kirchlichen Jugendseelsorge tätig, soll nun für die Umsetzung einer neuen Präventionsordnung sorgen. Diese schreibt neben Fortbildungen zum Thema Missbrauchsvorbeugung auch die Verpflichtung von rund 200.000 kirchlichen Mitarbeitern vor, die Würde von Kindern und Jugendlichen zu achten. Außerdem verlangt das Erzbistum Köln in Zukunft von allen in der Kinder- und Jugendarbeit tätigen Mitarbeitern ein erweitertes Führungszeugnis. Ehrenamtliche sind von dieser Pflicht ausgenommen - aus „Praktikabilitätsgründen”, wie ein Sprecher des Erzbistums am Dienstag sagte.

Mit der Einführung der Präventionsordnung reagiert das Erzbistum Köln auf die Missbrauchsskandale des vergangenen Jahres. Ende Januar 2010 waren Fälle von sexuellem Missbrauch am Berliner Canisius-Kolleg des Jesuitenordens bekanntgeworden, die Veröffentlichung weiterer derartiger Fälle folgte.

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