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Erstochen in der Garage: Rätsel um angeblichen Auftragskiller

Von: Markus Peters, ddp
Letzte Aktualisierung:

Düsseldorf. Der Mörder überraschte Galina A. in ihrer Garage. Nachbarn fanden die Düsseldorfer Geschäftsfrau am Abend des 26. Januar 2008 sterbend an ihrem Auto, von mehreren Messerstichen getroffen.

Auch ein Jahr nach dem Verbrechen an der 54-Jährigen ist der Fall noch ungelöst. Derzeit gebe es keine heiße Spur, sagte der zuständige Staatsanwalt Christoph Kumpa.

Dabei hatten Polizei und Staatsanwaltschaft einen erheblichen Aufwand zur Klärung des Mordes betrieben, bei dem es kein offensichtliches Motiv, aber viele offene Fragen gibt.

Viele offene Fragen, aber kein Motiv?

So hatten Zeugen zum Tatzeitpunkt einen silberfarbenen amerikanischen Jeep in der Nähe des Tatortes beobachtet. Deshalb hatte die Polizei bundesweit die Halter eines entsprechenden Fahrzeugs angeschrieben und um die Abgabe einer Speichelprobe gebeten. Sie wurde mit einer DNA-Spur verglichen, die der Mörder an der Tatwaffe hinterlassen hatte. Das Küchenmesser, mit dem Galina A. erstochen wurde, hatten Polizeitaucher in einem Angelteich, nur wenige Schritte entfernt vom Tatort, gefunden.

Die Überprüfung der Jeep-Besitzer ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft inzwischen weitgehend abgeschlossen, ohne dass sich neue Anhaltspunkte ergeben hätten.

Weiterhin ungeklärt ist auch die Rolle eines 55-jährigen mehrfach vorbestraften Gewalttäters, der bereits verurteilt wurde, weil er die später getötete Frau erpresst hatte. Angeblich hatte er den Auftrag erhalten, Galina A. umzubringen.

Daraufhin habe er sich gemeinsam mit einem Komplizen bei der deutsch-russischen Unternehmerin gemeldet. Gegen die Zahlung von 100.000 Euro wolle er vor der Ausführung des Mordauftrages absehen.

Galina A. war zum Schein auf das Angebot eingegangen und hatte gleichzeitig die Polizei eingeschaltet.

Wegen dieser Erpressung wurden der Mann und sein Komplize vom Landgericht Düsseldorf zu Haftstrafen verurteilt. Der 55-Jährige kam allerdings gegen Meldeauflagen zunächst auf freien Fuß und tauchte vermutlich im Ausland unter.

Nach ihm wird nach Angaben der Staatsanwaltschaft weiter international gefahndet. Ob er in den Mord verwickelt ist, konnte noch nicht geklärt werden. Auch ist der Hintermann für den angeblichen Auftragsmord bisher nicht bekannt.

Die getötete Frau hatte zusammen mit ihrem Mann eine Logistik-Firma betrieben. Das Unternehmen organisierte vorwiegend Transporte nach Osteuropa. Spekulationen über eine mögliche Verwicklung in die organisierten Kriminalität oder die „Russen-Mafia” hatte die Staatsanwaltschaft stets zurückgewiesen.

Der Mord hatte in der beschaulichen Reihenhaussiedlung im Stadtteil Wersten für große Bestürzung gesorgt. Einige Anwohner vermuten einen Zusammenhang mit einer persönlichen Tragödie im Leben der Ermordeten.

Unbekannte sollen im November 2005 ihre Enkeltochter in London entführt haben. Galina A. hatte mit erheblichem Aufwand nach dem kleinen Mädchen suchen lassen.

Medienberichten zufolge steht der Ex-Mann ihrer Tochter unter Verdacht, hinter der Entführung zu stecken. Ob er in den Mord an seiner ehemaligen Schwiegermutter verwickelt ist, konnte die Polizei nicht klären. Sein Aufenthaltsort ist unbekannt.
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