Düsseldorf - Erste Frostnächte: Städte in NRW sind vorbereitet

Erste Frostnächte: Städte in NRW sind vorbereitet

Von: dpa
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Düsseldorf. Im kalten Herbst mit nächtlichen Minusgraden müssen Obdachlose in NRW nicht auf der Straße schlafen: Nach Angaben von Kommunen und kirchlichen Organisationen gibt es in den großen Städten genügend Schlafplätze. Rund 3200 Plätze in Notunterkünften würden angeboten, ergab eine Umfrage der Deutschen Presseagentur (dpa) in den acht NRW-Städten Düsseldorf, Köln, Bonn, Münster, Essen, Dortmund, Gelsenkirchen und Bochum.

Die Unterkünfte seien derzeit im Schnitt schon zu 70 bis 80 Prozent belegt, hieß es in mehreren Städten. „Jeder, der einen warmen Schlafplatz benötigt, bekommt auch einen”, betonten landesweit die Vertreter der sozialen Dienste. „Wir finden immer eine Lösung”, sagte ein Mitarbeiter des Dortmunder Sozialamtes. Kommunen wie Köln und Gelsenkirchen können zusätzlich auf städtischen Wohnungsbestand zurückgreifen, wenn die Schlafplätze nicht mehr ausreichen sollten.

„Wir verzeichnen in den vergangenen Wochen wegen der Kälte bereits eine höhere Nachfrage”, sagte ein Sprecher des Diakonischen Werks in Essen. Im Schnitt seien 1000 Menschen ohne festen Wohnsitz, viele kommen bei Bekannten unter, rund 150 leben nach Schätzungen der Sozialarbeiter in Essen auf der Straße. In Gelsenkirchen sind es nach Schätzung der Caritas mehr als doppelt so viele - 400 Menschen ohne Obdach in der 260 000-Einwohner-Stadt.

In den Städten gebe es zwar genügend Unterkünfte für bedürftige Menschen, erklärt ein Mitarbeiter des sozialen Dienstes in Köln. Das Problem sei aber, an die „Hardliner” heranzukommen, die die Nutzung von Notunterkünften verweigern. In Köln seien die Behörden deshalb im Winter dazu übergegangen, zum Schutz Wohnwagen für die Obdachlosen aufzustellen. „Das ist ein Kompromiss zwischen der Kälte auf den Straßen und den als erdrückend empfundenen Wohnungen”, sagte der Mitarbeiter. In Köln haben 1600 Menschen keinen festen Wohnsitz.

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