Aachen/Köln - Erst die Kommunalwahl, dann das neue Museum

Erst die Kommunalwahl, dann das neue Museum

Von: christian deppe und verena müller
Letzte Aktualisierung:

Aachen/Köln. Der Rat der Stadt Köln wird die Entscheidung über die räumlichen Dimensionen und eine Beteiligung an den Kosten für ein Jüdisches Museum voraussichtlich erst im Herbst, nach der Kommunalwahl, fällen. Das wurde jetzt aus Verwaltungskreisen bekannt.

Der Kölner Oberbürgermeister Fritz Schramma (CDU) hatte ursprünglich angekündigt, schon am Dienstag eine Beschlussvorlage in den Rat einzubringen.

Da die private „Gesellschaft zur Förderung eines Hauses und Museums der jüdischen Kultur” bereits zwei Stichtage hatte verstreichen lassen, an denen sie die von der Stadt vorfinanzierten Planungskosten in Höhe von 1,2 Millionen Euro hätte übernehmen sollen, geht die Verwaltung davon aus, dass der Verein auch nicht in der Lage sein wird, die Baukosten (2,2 Millionen Euro) zu übernehmen.

Schramma hatte schon vor drei Wochen mitgeteilt, die Stadt müsse einspringen - obwohl er noch vor einem Jahr gesagt hatte, die Stadt werde keinen Cent beisteuern. Heute wollte er dem Rat vorschlagen, eine „abgespeckte” Variante des Entwurfs des Architektenbüros Wandel, Hoefer, Lorch & Hirsch zu realisieren. Außerdem hatte er angekündigt, sich darum zu bemühen, das Land NRW für eine Beteiligung an den Kosten zu gewinnen. Würde die Stadt nun tatsächlich die Baukosten übernehmen, würde sie auch das Museum betreiben.

Der private Verein wäre außen vor. Außerdem hätten die vom Verein gewünschten Wechselausstellungen oder Kulturveranstaltungen keinen Platz. Aber so weit ist es noch nicht.

Statt eines Beschlussentwurfs ist jetzt lediglich eine Mitteilung der Verwaltung an die Fraktionen rausgegangen, in der es heißt, der wissenschaftliche Beirat zur Archäologischen Zone, dem Schramma vorsitzt, habe der Stadt Köln empfohlen, „auf der Grundlage der neuen wissenschaftlichen Befundlage im Bereich der archäologischen Grabungen den oberirdischen Baukörper kleiner als bisher geplant zu errichten”.

Es biete sich die Möglichkeit, das Architektenbüro zu beauftragen, „den Siegerentwurf mit reduziertem Bauvolumen weiterzuentwickeln”. Die „Zeugnisse der jüdischen Geschichte Kölns, die diesen historischen Ort geprägt haben”, sollen „als integraler Bestandteil der Archäologischen Zone einbezogen werden”. Erst den überarbeiteten Entwurf mit neuer Kostenaufstellung wolle die Verwaltung dem Rat vorlegen. Grundsätzlich hat der Rat schon für ein Jüdisches Museum auf dem Rathausplatz gestimmt.

Das Bauministerium NRW sagte, dass voraussichtlich erst dann über eine mögliche Beteiligung des Landes gesprochen werde, wenn der neue Entwurf vorliege.

Das Ministerium ist bereits an der Finanzierung der Archäologischen Zone, einem „Regionale 2010”-Projekt, beteiligt. Praktisch ist diese eh nicht in Gänze vom Jüdischen Museum zu trennen: Unterirdisch könnte die Archäologische Zone besucht werden, darüber würden sich dann Räume des Museums befinden. Der Leiter der Archäologischen Zone, Sven Schütte, würde die kleinere Variante bevorzugen. „Die Außenmauern gingen dann nicht durchs Römische durch”, sagt er. Die baulichen Reste wären nicht gefährdet.

Über die vertagte Entscheidung zu den Dimensionen des Museums ist der Privatverein nicht unglücklich. „So haben wir mehr Zeit, Geld aufzutreiben”, sagte Geschäftsführer Helmut Fußbroich. Das sei inzwischen gar nicht mehr so unwahrscheinlich. Am Mittwoch sei Vorstandssitzung, da werde ein potenzieller Geldgeber vorgestellt. Ob nun kleine oder große Version - im Herbst muss eine Entscheidung her. Denn bis zur Regionale 2010 will die Stadt schließlich etwas vorzeigen können.
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