Ende der Abtei: Kloster Mariawald wird geschlossen

Entscheidung gefallen: Kloster Mariawald wird geschlossen

Von: red
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Die Zukunft steht fest: Das Kloster Mariawald wird geschlossen. Foto: Archiv

Mariawald. Nach tagelangem Rätselraten steht es nun endgültig fest: Die Trappistenabtei Mariawald wird geschlossen. Das hat die Kongregration für die Institute des geweihten Lebens in Rom am Dienstag entschieden.

Bereits 2017 wurde das Kloster Mariawald in die Obhut der Kongregation gestellt, um eine zukunftsfähige Lösung für die Abtei zu finden. Die endgültige Entscheidung zur Schließung sei jetzt insbesondere in Fürsorge für die zehn dort noch lebenden Mönche getroffen worden. Sie seien im Durchschnitt 81 Jahre alt, ihre Versorgung vor Ort sei nicht mehr gewährleistet.

„Für die Gemeinschaft ist es kaum mehr möglich, eigenständig im Kloster zu leben und die dort notwendigen Aufgaben zu erfüllen. Der älteste Mitbruder ist bereits 94 Jahre alt“, sagt der Päpstliche Kommissar Abt Bernardus Peeters OCSO, der von der Kongregation mit der Schließung beauftragt ist. Im Orden fehle der Nachwuchs, obwohl in den vergangenen Jahren viel dafür getan worden sei, die Gemeinschaft neu zu beleben. Die Einführung des außergewöhnlichen Ritus sei ein guter Versuch gewesen, die Gemeinschaft zu revitalisieren, aber habe leider nicht die gewünschte Wirkung.

„Die Mitbrüder sind natürlich sehr traurig über die Entscheidung der Kongregation“, sagt Abt Bernardus Peeters. Die Mönche der Abtei werden das Kloster nach der Schließung verlassen. Einige werden in andere Häuser des Trappistenordens gehen, andere Mönche sind im hohen Alter auf Hilfe angewiesen und werden in ein Seniorenheim in der Umgebung umziehen. Für die zwölf Angestellten, die in der Gaststätte, der Buchhandlung, der Likörfabrik sowie der Landwirtschaft arbeiten, wurde ein Sozialplan entwickelt.

Schließung im Laufe des Jahres

Die endgültige Schließung soll im Laufe dieses Jahres erfolgen. Für die Immobilie wird derzeit nach einer guten Lösung gesucht. „Wir haben die große Hoffnung, dass Mariawald weiterhin ein spiritueller Ort bleibt und aus der Jahrhunderte langen Tradition schöpft“, sagt Abt Bernardus Peeters.

Das Kloster Mariawald wurde 1480 als Zisterzienserabtei gegründet. Im Jahr 1795 wurde die Abtei von den Franzosen in Besitz genommen. 1860 nahmen die Zisterzienser der Strikte Observanz (Trappisten) der französischen Abtei Oelenberg wieder Besitz von Mariawald. Im Jahr 1875 mussten die Mönche während des Kulturkampfes das Kloster verlassen. Sie konnten 1887 zurückkehren. Im Jahr 1941 zwangen die Nationalsozialisten die Mönche erneut, die Abtei zu verlassen. Sie konnten im Jahr 1946 zurückkehren.

Mariawald ist die einzige Abtei für Mönche des Ordens der Zisterzienser der Strenge Observanz in Deutschland. Daneben gibt es in Deutschland noch zwei Klöster für Trappistinnen, die Abtei Maria Frieden und das Priorat Donnersberg.

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